Nahezu jeder Einkaufswunsch lässt sich online nicht nur in den USA, sondern auch in Europa und in Deutschland erfüllen: Neben Computern und Software sind Lebensmittel, Bekleidung, Blumen, Wein und vieles andere mehr erhältlich. Ein großes Problem ist es jedoch noch immer, die gewünschten Produkte schnell und bequem zu finden.
Als großer deutscher Anbieter präsentiert z.B. Karstadt ein umfassendes Warenhaussortiment, ebenso wie die Versandhandelsunternehmen Otto, Quelle und Neckermann. Nach durchgreifenden Neugestaltungen in den letzten Jahren offerieren viele Versandhändler mittlerweile fast ihre gesamte Produktpalette einschließlich von Sonderangeboten online. Aber auch speziell auf die Online-Kundschaft zugeschnittene Angebote sind keine Seltenheit mehr. So bedient Otto die jüngere Clientel mit der P.S. Company.
Im Business-to-Business sind insbesondere in der letzten Zeit zahlreiche deutsche Unternehmen aktiv geworden. Eine Anfang 2000 erschienene Studie von Forrester belegt, dass drei Viertel der Lieferanten und fast die Hälfte der Einkäufer Formen des E-Commerce in ihren Transaktionen anwenden. Dementsprechend wächst die Zahl der B2B-Marktplätze oder Vortals' (Vertikale Portale) rasant. International sehen die Experten der Delphi Group jedenfalls den Erfolg der elektronischen Marktplätze für Business-to-Business Transaktionen schon jetzt: über Vortals sollen im Jahr 2002 Umsätze in Höhe von 5 Billionen US$ abgewickelt werden. Nach ihrer Einschätzung belegt die positive Entwicklung von Unternehmen wie Free Markets, VerticalNet oder Ariba die stark wachsende Bedeutung der Koordinierung von Angebot und Nachfrage durch branchen- und industriespezifische Plattformen. Die Aufmerksamkeit von Kapitalgebern haben die Vortals schon gewonnen, so stellen z.B. EDS und AT Kearney Ventures 1,5 Mrd. US$ für Vortal-Unternehmen zur Verfügung und CMGI hat bereits in Chemdex und SilkNet investiert.
In der Konsequenz ist die Palette der im Internet verfügbaren Waren und Dienstleistungen nahezu unbegrenzt: Die Frankfurter Metallgesellschaft AG z.B. bringt über das Tochterunternehmen mg electronic commerce service GmbH die Chemiebranche online. Bei Cheop, für chemical opportunities' , werden Produkte wie Salzsäure und anderes online gehandelt, Preise verglichen und Informationen ausgetauscht. Aber auch die Energieversorger handeln Strom auf virtuellen Marktplätzen und Stromabnehmer können Anbieter frei wählen. An private Stromkunden wendet sich Strominfos.de. Ein Tarifrechner mit Datenbank ermöglicht Preisvergleiche zwischen den verschiedenen Anbietern
Neue Geschäftsmodelle machen darüber hinaus neue Produkte möglich. Procter & Gamble steigt zum Beispiel mit einer neuen Internet Company in den direkten Absatz ein. Reflect.com soll dabei wird den traditionellen Marken des Kosmetikkonzerns keine Konkurrenz machen. Explizites Ziel ist es vielmehr, die Produkte jeweils individuell an die Wünsche und Besonderheiten der einzelnen Kunden anzupassen. Customization und Service stehen im Mittelpunkt der radikal auf die Optionen des Internet konzentrierten Strategie.