Gibt es so etwas wie einen Electronic Commerce Knigge? Artikel drucken
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Die meisten Unternehmer starten in den elektronischen Geschäftsverkehr, nachdem sie sich gut und ausführlich über Technik und Finanzen informiert haben. Immer mehr Einsteiger bedenken auch juristische Aspekte des Online-Handels. Viele versäumen es jedoch, sich Gedanken über die Gepflogenheiten im Netz zu machen. Das Internet existiert jetzt seit beinahe dreißig Jahren und hat seitdem eine lange und rasante Entwicklung durchgemacht. Viele der neuen Nutzer und auch Anbieter vergessen den ursprünglich nichtkommerziellen Hintergrund und übertragen ihre Erfahrungen aus dem alltäglichen Geschäftsverkehr einfach auf den Electronic Commerce. Die teilweise sehr wütenden Reaktionen der Netzbewohner auf "Promotion-Aktivitäten" können sie dann nicht verstehen. Bevor Sie also loslegen, sollten Sie sich auch ein wenig mit dem kulturellen Hintergrund des Internets beschäftigen.
Ein paar Anregungen:
Das Internet war bis vor kurzer Zeit zum großen Teil nichtkommerziell. Wenn Sie einen für Sie neuen Bereich des Netzes entdecken (denn Internet ist wesentlich mehr als WWW), erkundigen Sie sich, ob dort kommerzielle Aktivitäten erwünscht sind. Falls nicht, widerstehen Sie der Versuchung, trotzdem Werbung oder Handel betreiben zu wollen. Die Reaktionen der "Beglückten" können recht drastisch ausfallen.
Widerstehen Sie vermeintlich unglaublich günstigen Angeboten amerikanischer "Werbeagenturen", die Ihnen Massensendungen an Millionen von Interessenten für sehr wenig Geld anbieten. Es handelt sich hierbei fast immer um gegen den Willen der Inhaber gesammelte Email-Adressen. Die Reaktion der Beschickten reicht von Ignoranz über juristische Drohungen bis zu fast kriminellen Angriffen auf Ihre Netzstrukturen. So mancher musste nach einem unbedachten Schritt schon seinen Internet-Auftritt beenden, weil der Server von wütenden Benutzern lahmgelegt wurde.
Seien Sie vorsichtig mit Superlativen. Selbst wenn Sie am heutigen Tag nachweislich der Online-Shop mit den meisten Kunden sind (wobei dieser Nachweis schwer zu erbringen sein dürfte), kann sich das morgen schon wieder geändert haben. Und schon ist Ihr Werbespruch eine unwahre Behauptung. Das meiste sollte einem der gesunde Menschenverstand von vornherein sagen. Trotzdem kann die Lektüre von z.B. Emily Postnews nur nutzen. Diese imaginäre Dame schreibt sehr amüsant, was man in den Newsgroups tunlichst vermeiden sollte. Unter dem Stichwort Netiquette finden Sie eine ganze Menge im Netz!