Gibt es technologische Standards für Electronic Commerce? Artikel drucken
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Die Entwicklung von neuen technischen Lösungen für Electronic Commerce erfolgt in einem rasanten Tempo. Zusätzlich zu den allgemeinen Standards und Protokollen für das Internet oder auch andere Arten von Netzwerken gibt es zahlreiche bereits im Einsatz befindliche oder geplante Standards für Electronic Commerce. Bei den bereits erprobten handelt es sich häufig um Business-to-Business Übertragungsprotokolle, die z.B. an Electronic Data Interchange (EDI-) Formate anknüpfen
OBI (Open Buying on the Internet)... soll die Kommunikation der unterschiedlichen Electronic Commerce Systeme möglich machen. Die erste Version wurde im Juni 1997 vom OBI Konsortium veröffentlicht und wird von wichtigen Unternehmen wie z. B. Microsoft, Open Market und Oracle unterstützt. Im August 1999 wurde die Version OBI V2.0 Standard vorgestellt.
SET (Secure Electronic Transactions)... sorgt als Industriestandard bei Zahlungen per Kreditkarte über das Internet mit Hilfe von Zertifikaten, die die Identität der Parteien der Transaktion bestätigen, für Sicherheit. SET wurde von VISA und Mastercard entworfen und stellt die Grundlage für unterschiedliche Transaktions-Software dar. Mehr zu SET finden Sie in unseren Rubriken Zahlungssysteme und Sicherheit.
SSL (Secure Socket Layer)... stellt sichere Verbindungen zu einem WWW-Server her. Es arbeitet mit Public-Key-Verschlüsselung, um die übertragenen Daten zu schützen. Entwickelt wurde das Protokoll von Netscape, ist allerdings nun allgemein zur Benutzung freigegeben. Mehr zu SSL finden Sie in unserer Rubrik Sicherheitoben
XML (Extensible Markup Language)... ist eine Seitenbeschreibungssprache, die über HTML hinausgehende Möglichkeiten bietet. In dieser vereinfachten Version der Standard Generalized Markup Language (SGML) können eigene Dokumenttypen, die die Bedeutung des Inhalts beschreiben, festgelegt und so über Plattformgrenzen hinweg ausgetauscht werden. Vor allen Dingen im B2B-Bereich wird eine problemlose Datenkommunikation möglich. Mehr zu XML finden Sie in unserer Rubrik.
HBCI (Home Banking Computer Interface)... ist ein Standard für die sichere Abwicklung von Online-Bankgeschäften. Durch asymmetrische Verschlüsselungsverfahren und digitale Signaturen wird die Verwendung von Persönlichen Identifikationsnummern (PIN) und Transaktionsnummern (TAN) überflüssig. Mehr zu HBCI fnden Sie in unserer Rubrik Payment.
Interessante Projekte und Organisationen: P3P-Project (Platform for Privacy Preference Project) ist eine Aktivität des World Wide Web Consortium mit dem Ziel, Transparenz über die Datenschutzpraktiken von Webangeboten zu schaffen. P3P-Produkte ermöglichen es den Nutzern, sich über den Umgang mit ihren Daten zu informieren und die Verwendung von privaten Informationen zu kontrollieren.
RosettaNet ist eine unabhängige Non-Profit-Organisation, die sich auf die Entwicklung und Verbreitung von standardisierten Schnittstellen im elektronischen Geschäftsverkehr konzentriert. Insbesondere sollen die Transaktionen zwischen Supply-Chain-Partnern mit globaler Reichweite reibungslos und sicher ermöglicht werden.
The Commerce Standard, eine Initiative von Ziff-Davis in Kooperation mit mehr 200 bekannten Partnern (Online-Händler, IT-Anbieter, Analysten, Politiker u.a.) stellt die wichtigsten Prinzipien für Best-Practice beim Verkauf über das Internet an Endkunden zusammen. Seit Dezember 1999 ist The Commerce Standard frei verfügbar.