Eine sehr beliebte und verbreitete Werbung im WWW stellen Pop ups dar. Bei der Pop up-Werbung wird das Werbemittel nicht in die Website integriert, sondern legt sich in einem separaten Browserfenster über die Werbeträgersite. Pop ups verfügen über alle gängigen „Fersterfunktionen“; sie lassen sich verschieben, parken und schließen. Dieses Werbemittel wird eingesetzt, um die Gestaltungsfläche zu vergrößern und um die Aufmerksamkeit des Nutzers für die Werbung zu erhöhen. Pop ups sind darüber hinaus flexibel schaltbar, da sie sich nicht ein einen festdefinierten Werbebereich der Website einfügen müssen. Aus diesem Grund ist der Werbende in der Formatwahl (Werbemittelabmessungen) im Grunde flexibel. Das IAB empfiehl für Pop ups jedoch die Formate 200x300 Pixel und 250x250 Pixel (Länge x Breite).
Der Nachteil der Pop ups besteht darin, dass der Nutzer mit Lade- bzw. Wartezeiten konfrontiert wird. Der Nutzer ist i.d.R. ungeduldig und klickt das Pop up mitunter weg, bevor es vollständig geladen wurde. Es empfiehlt sich daher, bei allen kreativen Gestaltungswünschen immer die Speicherkapazität des Werbemittels und damit die Ladezeit zu berücksichtigen!
Neben den klassischen Pop ups haben sich seit kurzem die Superstitials etabliert. Superstitials sind eine Weiterentwicklung der Pop ups mit größerem Format und bieten die Möglichkeit, große Multimedia-Elemente (beispielsweise Bild und Ton) zu integrieren, ohne den Nutzer dabei mit langen Lade- bzw. Wartezeiten zu konfrontieren. Das Prinzip der Superstitial ist recht simpel: Mit dem Aufruf der Werbeträgersite wird das Werbemittel nicht sichtbar im Hintergrund geladen. Wurde das Werbemittel zu 100% geladen, ist es „scharf“ und wird mit dem nächsten Klick, den der Nutzer auf dieser Site ausführt, eingeblendet und abgespielt. Ein wesentlicher Nachteil wird an dieser Stelle bereits deutlich. Das Superstitial-Prinzip funktioniert nur, wenn der Nutzer, nach dem das Werbemittel vollständig geladen wurde, einen zusätzlichen Klick auf der Werbeträgersite ausführt. Verlässt der Nutzer die Site ohne den endscheidenden Klick zu tätigen, wird das Werbemittel nicht angezeigt, jedoch als Einblendung (AdImpression) berechnet! Darum sollte selbst die Speicherintensität von Superstitials nicht unendlich sein.
Popup mit 360 Grad Ansicht über Mouse-Over-Funktion (250x250 Pixel / Flash)
Im Superstitial mit einem Filmtrailer wird der Kinostart des Films „a beautiful mind“ beworben. Der Filmtrailer dieses Superstitials dauerte ca. 10 Sekunden und war vollvertont. Ferner verfügte das Superstitial über einen Button >REPLAY<, mit dem sich der Film erneut abspielen ließ.
Superstitial (kein IAB-Standard / Flash)
Interstitials
Interstitals sind vom Format her die größte Werbeform im WWW. Im Extremfall füllen sie die gesamte Bildschirmfläche aus (Fullscreen). Interstitials werden im geöffneten Browserfenster geschaltet, genau dort, wo der Nutzer die angewählte Website erwartet. Aus diesem Grund wird den Interstitials eine hohe Aufmerksamkeit zugerechnet. Dieses Werbemittel bleibt in der Regel nur einige Sekunden geöffnet und schließt sich dann automatisch. Je nach Programmierung kann es zu einem späteren Zeitpunkt erneut aufpoppen. Interstitials sind sehr aufmerksamkeitsstark, jedoch nicht klickbar. Sollte das Werbeziel darin bestehen, den Nutzer über einen Hyperlink auf die Site des Werbetreibenden zu leiten, so müsste zusätzlich zum Interstitial ein Banner oder Pop up ausgeliefert werden. Interstitials (zu deutsch etwa Unterbrecherwerbung) können den Nutzer jedoch belästigen und irritieren. Da er nicht die von ihm angewählte Site angezeigt bekommt - zumindest nicht sofort - könnte er ferner in seinem Navigationsverhalten verunsichert werden.
Durch eine übermäßig hohe Schaltung an Interstitials läuft der Betreiber einer Werbeträgersite mitunter Gefahr, Nutzer an eine thematisch ähnliche Site mit weniger „Werbeunterbrechungen“ zu verlieren. Seine Werbeattraktivität würde sinken. Aus diesem Grund werden Interstitials heute nicht mehr primär einer Website vor-, sondern nachgeschaltet. Ein Nutzer erkennt nicht, ob ein Interstitial vor- oder nachgeschaltet ist. Der beschriebene negative Effekt wird somit auf die nachfolgende Site verlagert.
Wichtig: Werbende, die eine Interstitialbuchung einkaufen, sollten tunlichst darauf achten, dass das Werbemittel der gewählten Website vor- und nicht nachgeschaltet wird. Hierfür sprechen zwei Gründe. Erstens wird das Situationsinvolvement aufgrund der Erwartungshaltung beim Seitenaufbau höher eingeschätzt und zweitens kommt es bei jeder Werbeschaltung zu Ausstrahlungseffekten! Ein Beispiel: Die Deutsche Bank bucht eine kostspielige Interstitialwerbung auf der renommierten Website www.welt.de. Die Werbung wird von www.welt.de in unserem Beispiel nachgeschaltet. Die Deutsche Bank erreicht zwar die gleichen Nutzer, hat jedoch keinen Einfluss darauf, in welchem thematischen Umfeld die Werbung aufpoppt – dies ist einzig und allein von der Navigation des Nutzers abhängig. Ruft dieser nach seinem Besuch auf der Site www.welt.de beispielsweise eine Website mit erotischen Inhalten auf, würde die Deutsche Bank-Werbung in diesem Umfeld eingeblendet werden und entsprechend negativ auf das Unternehmen abfärben. Da Images in den meist gesättigten Märkten sehr wichtig und darüber hinaus generell hoch sensibel sind, kann der Schaden für das Unternehmen in diesem Fall beträchtlich sein!
Streaming Video Ads und E-Mercials
Bei Streaming Video Ads (Ad = Advertising = Werbung) handelt es sich um Werbespots im Internet, die interaktiv sind (sprich über einen Hyperlink verfügen) und über AdServer (zentrale Netzwerkrechner zur Werbemittelsteuerung) ausgeliefert werden können. Sie sind somit flexibel steuer- und über Internetleistungskennzahlen zählbar. E-Mercials (abgeleitet von Comercials = englischer Ausdruck für Werbespots) sind ebenfalls Werbespots im Internet. Sie füllen jedoch den gesamten Monitor aus (Fullscreen), haben i.d.R. nur eine Länge von ca. 7 Sekunden und sind zudem nicht klickbar. Analog zum Interstitial müsste der Werbetreibende hier unter Umständen zusätzlich ein Banner oder Pop up mit ausliefern.
Eine innovative Lösung für Streaming Ads bietet GMX in Kooperation mit der Commercial Spot Streaming (CSS) Media GmbH Hambung. Die Technologie ist Java-basiert und verzichtet daher auf jegliche PugIns (Software zum abspielen des Films) und Downloads. Mit dieser Technologie lassen sich somit 95% aller Nutzer erreichen. Selbst Modem-Nutzer können den Stream in guter Qualität sehen. Die CSS-media GmbH bietet allen Werbetreibenden die Möglichkeit, TV-Kampagnen in höchster Qualität und für alle Bandbreiten ins Internet zu übertagen.
Ergänzend zu AdImpressions (Werbemitteleinblendungen), AdClicks (Anklicken eines Werbemittels) und Clickraten (prozentuales Verhältnis zwischen AdClicks und AdImpressions) wird bei Streaming Ads von einigen Anbietern die Kennzahl OAL (OnAirLevel) erhoben. Der OAL gibt Auskunft über die Ausstrahlungszeit des Spots. Es kann somit festgestellt werden, ob die Werbeträgersite bereits vor Ablauf des Spots von dem Nutzer verlassen respektive geschlossen wurde.
Bei Fragen zu diesem Thema wenden Sie sich bitte an: Der vorliegende Beitrag ist ein Auszug aus der Publikation "Erfolgreiche Online-Werbung: Werbekampagnen planen, umsetzen, auswerten" von Marius Dannenberg und Frank Wildschütz, die Sie bei BusinessVillage bestellen können.
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