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NUA Internet Surveys

Prognosen, Studien, Trends - Basics zur richtigen Einschätzung
17.03.1999 | Artikel drucken

Das Internet hat sich in den letzten Jahren dynamisch entwickelt. Angesichts der Flut sich widersprechender Fakten und Zahlen wird es immer wichtiger, die Schlußfolgerungen von Berichten und Studien einzuschätzen. Unser Gastbeitrag hilft Ihnen, einen kritischen Blick zu bewahren.

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Das Internet hat sich in den letzten Jahren dynamisch entwickelt. In zahlreichen Berichten und Umfragen wird in aller Welt darüber berichtet, seit mehr als drei Jahren auch durch den „NUA Internet Survey". Das Marktbarometer von Electronic Commerce Info Net gehört ebenfalls für viele Internetnutzer im deutschsprachigen Raum zu den zuverlässigen Informationsquellen, die regelmäßig genutzt werden.

Nichtsdestotrotz sollte jeder Leser in der Lage sein, die Schlußfolgerungen von Berichten und Studien einzuschätzen, unabhängig und auf der Basis allgemeiner Bewertungsprinzipien. Was also sind diese allgemeinen Grundsätze, die zur Einschätzung des anwachsenden Datenmaterials der Internetforschung benötigt werden?

Ganz grundlegend lassen sich zunächst aus methodologischer Sicht quantitative oder qualitative Untersuchungen unterscheiden. Quantitative Ansätz erlauben generell die effiziente Untersuchung einer großen Zahl von Menschen, qualitative Herangehensweisen hingegen zielen intensiver auf bestimmte Gruppen. Dementsprechend geben quantitative Untersuchungen Auskunft zu den Fragen wie „Wieviel" und „Wie viele", während die qualitative Forschung eher auf das „Wie" und „Warum" antwortet.

Eine auf Fragebögen aufbauende Umfrage ist ein Beispiel für quantitative Forschung. Dagegen verkörpern Forschungsmethoden wie Zielgruppenbetrachtung, Tiefeninterviews, Feld- und Fallstudien in der Regel qualitative Studien. Die Ergebnisse beider Forschungsansätze sind wertvoll und ergänzen sich häufig gut, so dass viele Studien sie vereinen.

Im Idealfall werden quantitative Untersuchungen auf der Grundlage von zufällig ausgewählten, repräsentativen Stichproben genau bekannter Bevölkerungsgruppen durchgeführt, z.B. einer Volkszählung. So wird für eine gesicherte quantitative Umfrage z.B. eine Stichprobe von mindestens 1000 Befragten empfohlen. Selbstverständlich dürfen die Befragten sich nicht selbst zu den Umfragen einladen. Jeder aus einer gegebenen Bevölkerung sollte gleich große Chancen haben, an einer Umfrage teilzunehmen.

Während dies die Aussagekraft anderer Internet-Erhebungen nicht beeinträchtigt, sollte der Leser aufmerksam sein, ob irgendeine Abweichung von der Stichprobe der Basisbevölkerung die Gesamtergebnisse beeinflußt. Nehmen Sie das Beispiel der Telefon- und Online-Umfragen. Zufällige Stichproben am Telefon schließen all jene Konsumenten aus, die kein Telefon haben. Ähnlich verhält es sich mit Online-Befragungen. Sie sind von beschränkter Aussagekraft, da sich die Benutzer selbst in die Umfrage einwählen, und sagen nichts über diejenigen, die nicht an der Untersuchung teilnehmen.

Wie auch immer, dies sollte die Umfragen auf beschränkter Basis nicht abwerten. Die Ergebnisse der kleineren Projekte und Erhebungen besitzen einen Wert in sich. Sie versorgen uns mit wertvollen Einblicken in das Verhalten von Konsumenten oder z.B auch Unternehmensvorständen. Die Gefahr einer Fehlinterpretation entsteht erst dann, wenn solche Ergebnisse als allgemeingültige Befunde über diese Gruppe dargestellt oder verstanden werden.

Während jede Untersuchung ein vorgegebenes Ziel oder eine zu beweisende Hypothese haben muß, dürfen weder Ziel noch Annahme den Weg zu den Ergebnissen bestimmen, nur um die eigenen Erwartungen zu erfüllen. Es gibt viele Fragen, die zur Bewertung von Internet-Untersuchungen gestellt werden müssen. Wer führte die Studie durch? Wer bezahlte die Studie? Wo und wann wurde sie durchgeführt? Wie groß war die Stichprobe? Auf welche Weise wurde die Stichprobe durchgeführt, von Angesicht zu Angesicht, per Post, Telefon oder online? Wieviele Fragen wurden den Befragten gestellt und auch in welcher Reihenfolge? Wurden die Fragen verständlich geschrieben oder präsentiert, waren sie abgeschlossen oder mit offenem Ende? Wurde ein Geldpreis angeboten? Die Antworten erzählen viel über die Gültigkeit der Ergebnisse solcher Studien .

Angesichts der Flut sich widersprechender Fakten und Zahlen aus der Internetarena bleibt nur ein Rat: Bewahren Sie sich Ihren kritischen Blick!

Bei Fragen zu diesem Thema wenden Sie sich bitte an:
Bernadette Burke

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