Die Beschaffung von Vorprodukten, Produktionsmitteln und Dienstleistungen erlebte in den vergangenen zwei Jahren einen regelrechten Boom hierzulande. Die Zahl der „eProcurement Unternehmen“ hat sich seit 1999 (26%) bis Ende 2001 (49%) nahezu verdoppelt. Im Ländervergleich lässt sich einzig in den USA eine ähnlich dynamische Entwicklung beobachten. Dagegen ist der Anteil der online beschaffenden Unternehmen im Vorzeigeland Finnland auf hohem Niveau leicht gefallen. Laut empirica hat sich in Deutschland die Einsicht durchgesetzt, dass nahezu jeder Betrieb von den Vorteilen des eProcurement profitieren kann.
Barrieren bei der Online-Beschaffung Vor allem Bedenken hinsichtlich der Sicherheit bzw. des Datenschutzes stellen für 28 Prozent aller KMU eine sehr wichtige Barriere dar. Und fast jedes fünfte Unternehmen engagiert sich nicht im eProcurement, da der Kauf den so genannten „Face-to-Face“-Kontakt voraussetzt. Aber auch der Staat ist noch weiterhin gefragt. Immerhin 18 Prozent sehen im nicht ausreichendem gesetzlichen Schutz ein sehr großes eProcurement-Hindernis. Dagegen scheinen die meisten Unternehmen mit der vorhandenen Technologie zufrieden zu sein. Lediglich 9 Prozent sehen hier noch Handlungsbedarf.
Wie wirkt sich eProcurement im Unternehmen aus? Vor allem interne Prozesse werden durch Online Beschaffung optimiert. Dies gibt immerhin jedes zweite Unternehmen in Deutschland an. Im direkten Ländervergleich fällt auf, dass in den USA (mit der höchsten eProcurement-Quote) von eindeutig mehr Unternehmen positive Effekte gesehen werden. Dieses Ergebnis lässt zugleich vermuten, dass die europäischen Länder in den nächsten Jahren eine ähnliche Entwicklung vollziehen werden und im stärkeren Maße die positiven Auswirkungen des eProcurement zu spüren bekommen.
2003: eBusiness as usual in KMU? Der Blick in die Zukunft (2003) lässt hoffen: Immerhin werden laut empirica im Jahr 2003 drei Viertel aller deutschen Betriebe im Internet vertreten sein. Geht man von den konkreten Planungen der Unternehmen aus, werden dann auch drei von fünf KMU aktiv im Netz Waren und Dienstleistungen beschaffen. Auch wenn Deutschland damit dann in punkto eProcurement eine Spitzenposition – noch vor den USA und Finnland - einnehmen wird, bleibt man hinsichtlich Online-Vertrieb, Datenaustausch etc. im Ländervergleich zurück. Umso verwunderlicher ist es da, dass die potenziellen Barrieren hierzulande als weniger bedeutsam eingeschätzt werden. Die Rahmenbedingungen scheinen demnach zu stimmen, es gilt nun das Potential des eBusiness auch auszuschöpfen.
Die komplette Studie der empirica GmbH "Stand und Entwicklungsperspektiven des elektronischen Geschäftsverkehrs in Deutschland, Europa und den USA unter besonderer Berücksichtigung der Nutzung in KMU in 1999 und 2001“ steht auf der Website des BMWi zum kostenlosen Download (PDF, 1 MB) bereit.
Autor: Matthias Robben
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