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Capgemini

Mobile Lösungen im Gesundheitsbereich

14.04.2005 | Artikel drucken | Artikel empfehlen

Das Krankenhaus steht mitten in einem massiven Veränderungsprozess. Eine schnell alternde Bevölkerung, anspruchsvollere und mächtigere Konsumenten, neue Technologien, neue wissenschaftliche Errungenschaften, erhöhter Kostendruck und DRG-basierte Krankenhausfinanzierung (Diagnostic Related Groups) sind einige der vielen Trends, die die Zukunft der Gesundheitspflege beeinflussen. Um für diese Zukunft vorbereitet zu sein, muss das Krankenhaus-Management die Dynamik dieser Trends und die Art und Weise, wie sie die Teilnehmer im Gesundheitsmarkt, allen voran die Ärzteschaft und Patienten beeinflussen können, verstehen.

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1 Mobile Lösungen im Gesundheitsbereich
2 Fallstudie Swedish Hospital in Seattle

Bis jetzt sind Krankenhäuser gezwungen, kostspielige Systeme für die Aufnahme und Verwaltung patientenbezogener Daten zur Verfügung zu stellen. Ineffiziente Praktiken bei der klinischen Dokumentation erhöhen ebenfalls die Kosten der Organisation. Das Erstellen, Verteilen, An- und Abmelden und Archivieren der Patientenberichte ist ein manueller, zeitraubender Vorgang für das Pflegepersonal. Dieser Vorgang ist teuer und nicht automatisiert.

Im Krankenhaus-Sektor finden derzeit zahlreiche Änderungen in Bezug auf Informationsformate statt. Zukünftig werden elektronische Medien dominieren. Das hat zur Folge, dass es zurzeit keine einheitliche Datenadministration in Kliniken gibt. Schnittstellen zwischen digitalen und papierförmigen Dokumenten sind oft nicht vorhanden.

Obwohl viele Sicherheitsberater automatische Funktionen wie z. B. Auftragserfassung der Ärzte als Teil der Lösung vorgeschlagen haben, haben nur wenige die essentielle Bedeutung der automatisierten klinischen Dokumentation verstanden bzw. den Bedarf, diese beiden Funktionen zu integrieren um fachübergreifend davon zu profitieren, richtig eingeschätzt.

Ziel muss sein, den administrativen Aufwand für die Ärzteschaft, der teilweise bei 50% von deren Arbeitszeit liegt, zu verringern, damit wieder mehr Zeit für die Patientenbetreuung zur Verfügung steht.

Automatisierung bietet Verbesserungsmöglichkeiten in der praktischen Arbeit von Krankenhäusern

Im Bereich der klinischen Dokumentation benötigen Krankenhäuser mehr als nur Insellösungen, die die Diktate der Ärzte aufnehmen und Berichte abschreiben. Sie brauchen eine verständliche Lösung, die den gesamten Dokumentations-Lebenszyklus verwaltet, von der Patientenaufnahme und Anamnese zur Nachuntersuchung/Abmeldung, dem Verteilen von Diagrammen und Bildern bis zur Verfassung des Arztbriefes. Diese Lösung muss zuverlässig sein, strengste Vertraulichkeit der Patientendaten sicherstellen und die Integration innovativer Technologien wie Spracherkennung anbieten. Ein solches klinisches Dokumentationssystem erlaubt dem Krankenhausarzt vitale Funktionen, Datenein- und -ausgabe, Bewertungen, Fortschrittsberichte und Pflegeaufgaben in der Patientendatei zu dokumentieren. Das ermöglicht außerdem das Ansehen, die grafische Darstellung und den Bericht wichtiger Patienteninformationen, um bei lebenswichtigen Entscheidungen zu helfen.

Die Automatisierung klinischer Dokumentation, die dabei hilft, die Qualität der Pflege aus Sicht des Krankenhausarztes zu verbessern, ist viel mehr – und völlig anders – als nur einen Computer anstelle eines Formulars zu verwenden. Die Digitalisierung eines schlecht organisierten, Papier basierten Ablaufs macht viele Mängel erst sichtbar, die Abläufe erschweren sich. Nur der Wechsel vom Papier zum Computer alleine wird nicht zu den signifikanten Verbesserungen führen, die spürbare Unterschiede für Ärzte und Patienten bringen. Die Automatisierung muss einen neuen Weg gehen.

Das Automatisieren klinischer Dokumentation im neuen Sinn verlangt einen Paradigmenwechsel bezüglich der Rolle klinischer Dokumentation. Bevor irgendeine sinnvolle Automatisierung stattfinden kann, muss diese neue Auffassung verstanden und von einer Organisation angenommen werden. Bevor man beginnt, eine neue Software zu entwickeln oder neue Hardware-Komponenten zu installieren, muss man das neue Gedankenmodell durchgehen. Dieses basiert auf folgenden, Richtung weisenden Prinzipien:

- Klinische Dokumentationssysteme müssen den Patienten während der gesamten Behandlungszeit abbilden bzw. darstellen. Die Dokumentation muss den Fokus auf den Patienten, nicht auf die Formulare oder die Daten legen.

- Klinische Dokumentationssysteme müssen die Mitglieder des fachübergreifenden Klinikteams über die Behandlungen informieren, die von anderen Mitgliedern durchgeführt werden. Wenn Krankenhausärzte in Zukunft immer weniger Zeit für ihre Patienten haben, muss die Dokumentation den Ärzten ermöglichen, auf ihren Leistungen und ihrem Fachwissen gegenseitig aufzubauen ohne unnötige doppelte Arbeit oder Aufnahme bereits erfasster Daten.

- Klinische Dokumentationssysteme müssen definierte Arbeitspraktiken unterstützen, die klar Verantwortungen, Kompetenzen und Wissen dem jeweils verantwortlichen Mitglied des fachübergreifenden Teams zuordnen. Arbeitsgebiete müssen integriert sein, sodass die Mitglieder die Aufgaben der anderen verstehen.

- Klinische Dokumentationssysteme sollen den Ärzten die neuesten relevanten Informationen bzgl. ihrer Pflege liefern.

- Klinische Dokumentationssysteme sollen Krankenhausärzten ermöglichen, die Patientendaten präzise während der Visite aufzunehmen (um Präzision und Zeitersparnis zu ermöglichen) und selbst vor Ort nur die relevanten Daten in der für sie nützlichsten Form anzusehen.

Diese Richtung weisenden Prinzipien formen ein komplettes mentales Gerüst zum Verständnis der Rolle, die automatisierte klinische Dokumentationssysteme im Krankenhaus spielen können.

Ein automatisiertes, klinisches Dokumentationssystem ermöglicht schnelle, effiziente und exakte Datenerfassung und erlaubt den Informationsaustausch sowie die Integration von Prozessen innerhalb und außerhalb klinischer Dokumentationssysteme.

Vorteile automatisierter, klinischer Dokumentationssysteme

Fortgeschrittene, automatisierte, klinische Dokumentationssysteme enthalten mehr als nur die klinische Dokumentation im traditionellen Sinn. Es gibt eine Anzahl von Vorteilen, die ein automatisiertes, klinisches Dokumentationssystem liefern kann:

- Verbesserte Patientensicherheit und rechtzeitige Hilfe durch Alarme und Regeln, die von der Dokumentation ausgelöst werden
- Erhöhte Patienten- und Arztzufriedenheit durch geringere redundante Aktivitäten, wie z. B. Messen der vitalen Funktionen, Fragen stellen, Dokumentieren
- Strukturierte Arbeitsprozesse für den Arzt durch gezielt entwickelte Tools, die direkt mit der Dokumentation verbunden sind, um sowohl den Behandlungsablauf als auch das Ergebnis zu verbessern
- Echtzeit-Zugriff auf Patientendaten für das autorisierte Personal
- Verbesserte Entscheidungshilfe in Echtzeit durch spezielle Datenübersichten

Gesundheitliche Informationen sind von Natur aus dynamisch. Um ihre Arbeit effizient und effektiv verrichten zu können, haben Mediziner ein konstantes Bedürfnis nach kompakten und rechtzeitigen Informationen bezüglich Durchführung, Bewertung und – in Zukunft – auch Finanzierung diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen. "Klinische Portale" können einen dynamischen und interaktiven Einblick auf klinische Informationen liefern. Zum Beispiel könnte die "Homepage" eines Portals für jeden Arzt den persönlichen Dienstplan und den Krankenhauszeitplan zeigen oder eine Liste von Patienten und den aktuellen OP-Plan. Selektiert der Arzt einen speziellen Patienten, wird ein Fenster die gesundheitlichen Einträge, die letzten Laborberichte und nächsten Termine aufzeigen.

Mobilität

Eine weitere wichtige Voraussetzung für einen verbesserten Arbeitsablauf ist Mobilität. Mobile "Point-of-Care"-Lösungen fokussieren sich auf die extreme Wechselhaftigkeit im Gesundheits- und Pflegebereich. Patienten, Ärzte, Krankenschwestern, Administratoren und Hilfspersonal sind fast ständig in Bewegung.

Entscheidungen, die den weiteren Verlauf von Diagnose, Behandlung, medizinischem Ergebnis, Gewinn oder Verlust vorgeben, können immer und überall getroffen werden. Die Information über diese Entscheidungen und das zuverlässige Aufnehmen ihrer klinischen und geschäftlichen Ergebnisse ist äußerst kompliziert, nicht nur wegen der Anzahl der relevanten Quellen, sondern auch deren örtlicher Verteilung.

Mobilität ist viel mehr als nur eine Webseite oder eine Anwendung auf einen PDA oder Pocket-PC zu bringen. In der modernen Krankenhauswelt sollen Anwender jede Aufgabe erfüllen können, ohne dass sie sich darüber sorgen müssen, ob und wie sie gerade zu einem Server verbunden sind. Das bedeutet, dass das Gerät und die Programme eines Anwenders miteinander über die für diese Aufgabe benötigte Verbindung kommunizieren und dass sie die Prioritäten für die Kommunikation mit dem Server so effizient wie möglich setzen, ohne dass der Anwender sich darüber Gedanken machen muss, was hinter den Kulissen passiert. Benutzer müssen sich nicht mehr um die Synchronisierung ihrer verschiedenen Anwendungen sorgen. Ob bei Bestellung einer Laboruntersuchung oder der Verordnung von Medikamenten, sie erledigen einfach ihre Arbeit, überall und unter beliebigen Umständen.

Dies ergibt für den Gesundheitssektor ähnliche Vorteile, wie sie in den Studien für andere Industriebereiche festgestellt wurden: höhere Produktivität und niedrigere Kosten durch leicht zugängliche Informationen.

Integrierte Lösung CareMore+

Abbildung 1

In einigen Landesgesellschaften von Capgemini wurde parallel an der Entwicklung einer Lösung gearbeitet – ausgerichtet sowohl auf den ambulanten als auch auf den stationären Bereich. In beiden Fällen war die Hauptarbeit die Entwicklung der Architektur und die Integration der bereits vorhandenen Produkte. Wie in der Abbildung gezeigt, besteht die Lösung aus der Integration unterschiedlicher Schichten und Bestandteilen.
Mit unterschiedlichen Tools können alle vorhandenen Daten durch eine einzige Schnittstelle erreicht werden.
Capgemini Europa hat dieses Architektur- Framework CareMore+ genannt.

Charakteristisch für den Gesundheitsmarkt und besonders für den Home-Care- Bereich, sind isolierte IT-Lösungen um die Automatisierung der Kernprozesse, eine Folge vieler Fusionen der Dienstleister und Käufe von Paket-Lösungen in diesem Marktsegment. Die enorme Verschiedenartigkeit der Informations-Systeme kann aufgelöst werden, indem die verschiedenen Applikationen integriert werden.

Infolgedessen können Daten in einer integrierten Weise betrachtet werden und es ist möglich, Managementinformationen hohen Wertes für wirkungsvolles und leistungsfähiges funktionsfähiges Management der Gesundheitsorganisation zu extrahieren.

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Inhalt:
Internet und Medizin: Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen  Teil 1 Mobile Lösungen im Gesundheitsbereich
Fallstudie Swedish Hospital in Seattle Teil 2 Fallstudie Swedish Hospital in Seattle


 

 

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