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Virtuelles Rathaus wird Realität
20.03.2001 | Artikel drucken

Städte und Gemeinden in Deutschland setzen schneller als erwartet Projekte zum eGovernment in die Tat um.

Eine neue Städteanalyse des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu), Berlin zeichnet ein detailliertes und repräsentatives Bild der Situation in deutschen Kommunen. Demnach besitzt heute bereits jede zweite Stadt ein Strategiekonzept für den Bereich IuK, Multimedia und Internet. Den "Bau" virtueller Rathäuser planen rund 40 Prozent. Dabei werden die Verbesserung von Dienstleistungsqualität und Erreichbarkeit für den Bürger sowie die Stärkung des Unternehmensstandortes als wichtigste Ziele genannt, die mit der Einrichtung virtueller Rathäuser verfolgt werden. Vor allem in Bereichen, in denen der Schwerpunkt auf Information und Kommunikation liegt, sowie wo Transaktionen nur einfache und "unkritische" Geschäftsvorfälle umfassen (z.B. Verlängerung einer Buchausleihe), sind bereits viele funktionierende Projekte umgesetzt. Dies gilt für Online-Angebote der Bibliotheken und Volkshochschulen genauso wie die Netzpräsentationen der städtischen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und der Verkehrsämter.

Im Durchschnitt sind heute 85 Prozent der Büroarbeitsplätze in den Kommunalverwaltungen mit Rechnern ausgestattet, die meisten davon (knapp 90 Prozent) hängen gleichzeitig an einem Verwaltungsnetz. Jeder zweite Verwaltungsangestellte hat inzwischen Zugang zum Internet und ist per eMail erreichbar - bis zum Jahr 2001 sollen es bereits mehr als 80 Prozent sein. Für fünf Prozent der befragten Städte ist der Einsatz der digitalen Signatur bereits Realität, in 72 Prozent ist er geplant. Die ersten Anwendungsfälle sind allerdings frühe Pilotlösungen mit nur wenigen Nutzern. Sie dienten vor allem dem Test der elektronischen Signatur. Die Frage, welche Signaturen für die Abwicklung von Transaktionen zwischen Kommunen und ihren "Kunden" zum Einsatz kommen, wird derzeit intensiv in Fachkreisen diskutiert.

In der zum Jahresende 2000 durchgeführten Erhebung bei allen Städten und Gemeinden mit mehr als 50 000 Einwohnern wurden Oberbürgermeister und Fachverantwortliche detailliert über den Umsetzungs- und Planungsstand virtueller Rathäuser und Marktplätze befragt. Über 130 Mittel- und Großstädte beantworteten Fragen zur Ausstattung mit IuK-Infrastruktur und Netzen, zu virtuellen Rathäusern, Stadtportalen und Stadtinformationssystemen, zum Einsatz von elektronischer Signatur und ePayment, zu Organisation, Strukturen, Verantwortlichkeiten, Hemmnissen und Koordinierungsbedarf, Partnerschaften, Einschätzungen, Strategien, Zielen und Konzepten.

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