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Quo Vadis Online-Werbung?
09.04.2001 | Artikel drucken
Die Prognosen über die Entwicklung der Internet-Werbung driften derzeit stark auseinander. Während verschiedene Marktforscher nach wie vor ein großes Wachstum vorhersehen, beklagen Vermarkter spürbare Einbrüche.
So bestärkt Forrester die Werbetreibenden mit der Einschätzung, das Online-Werbevolumen werde bis 2005 auf 6 Milliarden anwachsen und damit einen Anteil von 5% am gesamten Werbeaufkommen erreichen. Gleichzeitig mahnen die Auguren jedoch, dass von diesem Umsätzen lediglich die Vermarkter profitieren werden, denen es gelingt, Kampagnen aus der Offline- und Online-Welt sinnvoll in den Gesamtauftrag zu integrieren sowie Lösungen zu kreieren, die auch in Zusammenhang mit neuen interaktiven Medien wie Mobiltelefonen, Handhelds oder iDTV-Set-Top-Boxen harmonieren.
Auch der Werbemonitor "AdSpectrum" von Nielsen NetRatings für den Monat Februar weist durchaus positive Zahlen aus. So erzielten neue Kampagnen aus dem traditionellen Handelsbereich - wie von Pepsi oder Ford - einen Gesamtanteil an werbebasierten PageImpressions von immerhin 40%. Die größten Werbekäufer im Netz insgesamt waren Microsoft (334 Mio. PIs), Classmates Online (258 Mio. PIs) sowie Sony (210 Mio. PIs). 4% der neuen Kampagnen fußten auf modernen Werbetechnologien, wie sie etwa das amerikanische Webzine Cnet anbietet und 14 Prozent der neuen Kampagnen wurden ausschließlich auf den Anbieterseiten der Inserenten geschaltet.
Etwas skeptischer, zumindest für die laufenden Geschäfte, fällt die Einschätzung des Vermarktungs-Dienstleisters DoubleClick aus. So könnten die Werbeumsätze in 2001 um bis zu 20% zurückgehen. "Wir mussten unsere Prognosen seit dem vergangenen Sommer schrittweise nach unten korrigieren. Die Realität gibt uns recht", erläutert hierzu DoubleClick-Chef Kevin Ryan. So sei es im Anzeigenbereich in den USA innerhalb des ersten Quartals bereits zu einem Rückgang von 30% gekommen, was sicher auch für den Online-Bereich nicht ohne Folgen bliebe. Wenn auch die Großkonzerne ihre Online-Werbeausgaben leicht erhöhten, reiche dies nicht aus, um wegfallende Budgets zu kompensieren. "Im Moment müssen nur wenige Unternehmen für ihre Börsengänge laut klappern, und die meisten Dotcoms haben ohnehin kaum noch Geld. Sind die Konten leer, werden die Marketing-Ausgaben als erstes gestrichen oder gekürzt", sagt Ryan. Insgesamt werde der Markt wie im Vorjahr rund 400-500 Millionen Mark betragen.
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