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News | Juni 2001
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Finanzdienstleister auf halben Weg zur Web-Filiale
06.06.2001 | Artikel drucken
Obwohl das Internet der Vertriebsweg der Zukunft ist: Banken und Versicherungen nutzen die Potenziale des Internets noch nicht aus.
Das ist zumindest das Ergebnis einer aktuellen Mummert + Partner Studie, für die 188 größere Kreditinstitute, Versicherungen und Finanzportale im deutschsprachigen Raum getestet wurden. So muss der Kunde immer noch für wesentliche Transaktionen die Filiale seines Instituts besuchen oder den Außendienstmitarbeiter seiner Versicherung bemühen. Auch die Online-Kontoführung bieten nur zwei von drei Banken an. Ein Fünftel der Versicherer stellt einen Online-Tarifrechner für die Kfz-Haftpflicht zur Verfügung, für andere Policen ist dieser Service allerdings seltener.
Bei Kreditinstituten bleibt der Zahlungsverkehr genau wie im Vorjahr die am häufigsten angebotene Leistung: Bei 69 Prozent sind Überweisungen und Kontoabfragen möglich. Online eine Kontoeröffnung beantragen kann der Kunde bei 37 Prozent – im Vorjahr waren es lediglich sieben Prozent. Selten dagegen (3 Prozent) wird auch die Kündigung angeboten. Basistransaktionen wie Adressenänderungen sind nur bei etwa einem Fünftel der Web-Auftritte möglich, das Anfordern von Kredit- oder Scheckkarten ist sogar nur bei etwa jedem zehnten Kreditinstitut im Angebot.
Beim Online-Wertpapierhandel ist eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum Jahr 2000 festzustellen. Dennoch besteht immer noch Aufholbedarf: Es können erst bei 39 Prozent der Anbieter im Web Aktien gekauft werden, bei 43 Prozent ist der Erwerb von Fonds möglich. Noch seltener werden der Zugriff auf Real-Time-Kurse (30 Prozent) und der Abruf von Kursinformationen auf dem WAP-Handy (22 Prozent) angeboten. Führend beim Online-Brokerage sind europaweit insbesondere die comdirect bank, Consors und die DAB, die in diesem Bereich sehr weit reichende Funktionen zur Verfügung stellen
Das Leistungsangebot der Versicherungen hat sich im Vergleich zum Jahr 2000 verbessert – noch aber bleiben viele mögliche Internetfunktionen ungenutzt. Tarifrechner, mit denen individuelle Angebote erstellt werden können, stehen zwar inzwischen für die Kfz-Haftpflicht bei jedem fünften Anbieter zur Verfügung, für andere Produkte jedoch nur bei 10 bis 15 Prozent der Anbieter. Auch der Online-Vertragsabschluss ist selbst bei einfachen Produkten die Ausnahme. Für die Auslandskrankenversicherung ist er immerhin bei 17 Prozent der Anbieter möglich. Andere gängige Policen sind online bei jedem zehnten Unternehmen erhältlich.
Mehr als die Hälfte der Unternehmen bietet dem Kunden eine Versicherungsbedarfsanalyse, fast 70 Prozent der Portale ermöglichen Produkt- und Tarifvergleiche. Auch die Personalisierung der Web-Seiten ist immer häufiger möglich.
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