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Online-Lebensmittel: Die lachenden Dritten?
16.07.2001 | Artikel drucken
Die Woche nach den spektakulären Pleiten von HomeRuns und Webvan, erwies sich für einige der verbliebenen Online-Grocer als willkommene Zugewinn-Phase.
So stieg die in Chicago ansässige Company Peapod, einer der ersten Online-Lebensmittelhändler überhaupt, zum unumstrittenen Wochengewinner auf. Das Unternehmen, das sich bisher drei seiner insgesamt fünf Standorte mit den genannten Pleitiers teilen musste, avancierte jetzt quasi über Nacht zum Platzhirschen in Washington D.C., Boston und Chicago. Allein in Chicago führte der "Burnout" von Webvan zu Umsatzsteigerungen von rund 50 Prozent. Hinter Peapod steht der niederländische Lebensmittel-Riese Royal Ahold.
In Relation noch höher fiel der Zugewinn für das in Seattle ansässige Unternehmen Albertsons.com aus. Hier führte die Pleite Webvans zu einer Bestellzunahme von satten 300 Prozent. Schon hört man innerhalb der Company von den ersten Expansionsplänen.
Diese ersten positiven Meldungen korrespondieren mit einer insgesamt möglicherweise wieder freundlicheren Marktlage. So zeigt sich Jupiter Media Metrix überzeugt davon, dass die Branche den Webvan-Crash verkraften wird, wenngleich sich auch das Wachstum etwas verlangsame. Und selbst an der Wall-Street werden wieder einige Signale ausgemacht, die auf eine steigende Investitionsbereitschaft in den Online-Lebensmittelhandel deuten.
Überlebt haben dürfte sich indes das Webvan-Geschäftmodell mit aufwendigen Lagerstützpunkten. Die verbliebenen Wettbewerber setzen statt dessen stärker auf bestehende Filialnetze oder die Nutzung von Pick-Points, an denen die Kunden sich ihre Lebensmittel selbst abholen. Denn das Hauptproblem in diesem Marktsegment besteht ja keineswegs in einer mangelhaften Nachfrage, als vielmehr in den im Verhältnis zum Lieferaufwand viel zu geringen Margen.
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