Erst sechs Prozent der Unternehmen sind darauf vorbereitet, dass die Finanzverwaltungen jetzt Möglichkeiten zur digitalen Betriebsprüfung fordern. Über ein Drittel setzt auf Blockade.
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Drei Jahre nach Inkrafttreten der „Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen“ (GDPdU) sind erst sechs Prozent der Unternehmen auf elektronische Steuerprüfungen vorbereitet. 38 Prozent haben noch keinerlei Aktivitäten unternommen, um die Anforderungen der Finanzverwaltung zu erfüllen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung im Auftrag der SER Solutions unter 513 Mittelstands- und Großunternehmen. Immerhin 56 Prozent der befragten Unternehmen beginnen nun mit der Projektvorbereitung oder befinden sich mittlerweile in der Umsetzung. Anzeichen für ein Umdenken scheint auch die Aussage von 41Prozent der Unternehmen zu sein, nun ein Budget für die Durchführung eines GDPdU-Projektes bereit zu stellen.
Nach wie vor sind die Unternehmen technisch schlecht gerüstet. Wie bei der letzten Befragung vor einem Jahr können auch heute nur neun Prozent der Befragten ihre steuerrelevanten Daten im Beschreibungsstandard zur Verfügung stellen. 76 Prozent bewahren ihre steuerrelevanten Daten noch in den Produktivsystemen auf. Bei vielen Unternehmen dürfte diese Praxis aber bald an ihre Grenzen stoßen, da ein Drittel der Unternehmen pro Jahr mindestens 30 Gigabyte an steuerrelevanten Daten produziert, bei vier Prozent kommen jährlich sogar über 100 Gigabyte hinzu.
Die Befragung lasse aber trotz der geringen Zahlen auch eine Trendwende erkennen, wie Manfred Zerwas von SER Solutions erklärt. So hätten zwar erst sechs Prozent ihre GDPdU-Projekte abgeschlossen, aber rund elf Prozent befänden sich gegenwärtig in Bearbeitung und 17 Prozent der Unternehmen setzten soeben GDPdU-Projekte neu auf. Dies spreche dafür, dass die GDPdU nicht mehr nur wahr-, sondern mittlerweile auch ernster genommen werden. Viele Unternehmen erkennen über die gesetzliche Pflicht hinaus auch Vorteile, die sich aus der Realisierung und dem Einsatz einer GDPdU-Komplettlösung (auswertbares Archiv) ergeben. Vor allem der Mittelstand profitiere durch das auswertbare Archiv. Die vielfältigen Auswertungsmöglichkeiten zeigten fundiert Stärken und Schwächen der Unternehmen auf.
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