Sind seitens des Kunden Produkt, Preis und Anbieter für gut und vertrauenswürdig befunden worden, scheint dem Abschluss der Transaktion im Grunde nichts mehr im Wege zu stehen. Doch selbst an diesem Punkte kommt es immer wieder vor, dass dem Online-Händler noch Kunden „vom Haken“ gehen. Und diese eher spontane Entscheidung hängt wiederum am lieben Gelde. Denn auch bei durchaus vorhandener Kaufbereitschaft scheitert eine beträchtliche Kundenzahl in Anbetracht mangelhafter Bezahlmöglichkeiten des Online-Shops. So werden entweder zu wenig Zahlungsalternativen angeboten oder es handelt sich schlicht und ergreifend um die falsche Auswahl. Wer seine Kunden nicht noch an der Kasse verlieren möchte, sollte zumindest auf die drei Top-Zahlungsvarianten Kreditkarte, Lastschrift und Rechnung setzen, auch wenn letztere vielleicht nicht für alle Produkte und Kunden empfehlenswert ist. Denn mittels dieser drei genannten Zahlverfahren wurden im vergangen Jahr von den deutschen Online-Shoppern laut einer Untersuchung des ePayment-Spezialisten Pago mehr als 98% aller Waren bezahlt. Dabei lagen Kreditkarte und Lastschrift mit etwas mehr als 40 Prozent fast gleichauf, während es die Lieferung auf Rechung auf gut 17 Prozent gebracht hat. Demgegenüber spielen Vorkasse und Nachnahme nur eine untergeordnete Rolle. Dem Elektronik-Shop Kochs sind derartige Statistiken aber wohl eher unbekannt, wie ein Blick auf seine Bezahloptionen verrät. Zwar bietet der Händler eine ganze Reihe von Zahlungsvarianten an (Bar, Vorkasse, Nachnahme, Rechnung (erst ab der 3. Bestellung!), Safetrade und Leasing), doch seine favorisierten „Lieblinge“ Lastschrift und Kreditkarte sucht der Besucher hier vergebens.
Unverzichtbar wird die Kreditkarte, wenn auch internationale „Laufkundschaft“ angesprochen werden soll. Das beste mehrsprachige Online-Angebot verfehlt sein Ziel, sobald die Kreditkarte als Zahlungsvariante nicht angeboten wird. Und hier sind es vor allem die Dienste von Visa und MasterCard, die weltweit von den Kunden nachgefragt werden.
Jedoch ist diese Betrachtung für sich genommen nicht weit reichend genug. So gibt es einen klaren Zusammenhang zwischen dem durchschnittlichen Wert des Warenkorbs und der genutzten Bezahlvariante. Die Kreditkarte wird hierbei eher für größere Einkäufe (mehr als 100 Euro) verwendet, während bei der Lieferung gegen Vorkasse bzw. auf Nachnahme der Wert des Warenkorbs in der Regel (<50 Euro) deutlich kleiner ausfällt.
Einen Sonderfall stellen Anbieter von digitalen Inhalten wie Zeitungsartikeln, Klingeltönen oder Handylogos dar. Hier würden die wenigsten Kunden für den Gegenwert von einigen Cents oder wenigen Euro ihre Kreditkarten- oder Kontodaten preisgeben. Ganz davon abgesehen, sind die Transaktionsgebühren auf Händlerseite auch viel zu hoch, als dass sich diese klassischen Bezahlvarianten rechnen könnten. Und die derzeit am Markt befindlichen Micropayment-Verfahren verlangen vom Nutzer entweder eine Anmeldung - eine ganz hervorragende Möglichkeit zum Verlassen des Einkaufswagens - oder setzen auf die Abrechung via Telefonanruf einer entsprechenden Nummer, was nicht selten den gleichen Effekt hat. Im Vorteil scheinen hier Provider und allen voran Europas größter Vertreter dieser Spezies T-Online zu sein. Denn bei denen reicht zum Bezahlen kleinerer Beträge der eigene Telefon- bzw. Internetanschluss. Bezahlt wird dann einfach ganz unkompliziert und herkömmlich über die Provider- oder Telefonrechnung.