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EC: Chancen und Risiken
24.02.1999 | Artikel drucken

Deutschland attestiert eine aktuelle Studie des DIW gute Zukunftsaussichten für Electronic Commerce. Grund ist der steile Anstieg der Internet-Nutzerzahlen. Demnach wird die BRD 1999 mit knapp 9,5 Millionen Internet-Usern zum größten nationalen Online-Markt in Europa.

Eine positive Perspektive für den Electronic Commerce in Deutschland sieht die aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Die Untersuchung beleuchtet die "Chancen und Risiken des weltweiten elektronischen Geschäftsverkehrs". Deutschland attestiert die Studie gute Zukunftsaussichten. Grund ist der steile Anstieg der Internet-Nutzerzahlen. Demnach wird Deutschland 1999 mit knapp 9,5 Millionen Internet-Usern über den größten nationalen Online-Markt in Europa verfügen.

Hingegen zeigt die Studie Probleme in Hinsicht auf hohe Nutzungskosten, sprachliche und kulturelle Unterschiede, Regulierungsbedarf sowie bei der Sicherheitsfrage auf. Besonderes Augenmerk legt der Report auf den Aspekt der Besteuerung im Internet. Die mangelnde Deregulierung für Ortsgespräche beschert immer noch zu hohe Internet-Nutzungskosten. Sie behindern die intensive Benutzung des Internets in Deutschland. Auch die neuen Vorgaben der Regulierungsbehörde, so die Studie, verschaffen der Deutschen Telekom und T-Online weiterhin einen Wettbewerbsvorteil.

Für die rechtlichen Rahmenbedingungen sieht die Untersuchung besonderen Handlungsbedarf. Hier sind internationale Angleichungen im Vertragsrecht (Geschäftsbedingungen und Mängelgewährleistung) und für den Urheberschutz zu wünschen. Gerade für Privathaushalte ist die Gewährleistung des Verbraucherschutzes besonders wichtig.

Steuern im Internet sind ein besonders schwieriges Thema. Das Grundproblem besteht in der Möglichkeit, Umsätze ins Ausland zu verlagern, die durch das Internet sehr vereinfacht wird. Zwei Steuern sind besonders betroffen: Ertragssteuern und Mehrwertsteuern. Ertragssteuern müssen gegenwärtig in Deutschland für inländische Betriebsstätten bezahlt werden. Vom Ausland können über einen Server Güter und Dienstleistungen angeboten werden, ohne daß die Firma eine Tochtergesellschaft im Inland betreibt oder einen Vertreter entsendet. Hier wird diskutiert, schon im Ausland stehende Server, die das Inland bedienen, als inländische Betriebsstätte einzustufen.

Umsatz- oder Mehrwertsteuern fallen derzeit nach dem Ursprungslandprinzip dort an, wo der Anbieter sitzt. Wer von einem ausländischen Server Produkte herunterlädt, braucht keine Mehrwertsteuern zu zahlen. Für den elektronischen Geschäftsverkehr mit Endkunden ist laut Studie das Bestimmungslandprinzip zu diskutieren. Mehrwertsteuern fallen dort an, wohin die Produkte geliefert werden.

Insgesamt wird Deutschland laut Studie mittelfristig nicht nur in Europa die Nase vorn haben. Nach den Nutzerzahlen wird der deutsche Internet-Markt fast genauso groß wie der japanische und damit weltweit auf Platz zwei oder drei hinter den USA rangieren.

Über Anregungen und Kritik freut sich Tobias Arndt

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