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Macht das Internet Marken ?
07.07.1999 | Artikel drucken

Die drei wichtigsten Internet-Marken heißen AOL, Yahoo! und Amazon.com. Jede einzelne ist mehr als eine Milliarde US$ wert. In genauen Zahlen: 4,3 für AOL, Yahoo! 1,7 und Amazon.com bringt immer noch 1,3 Milliarden US$ auf die Geldwaage. Doch wie sieht es mit der Akzeptanz von Marken und Markenwelten im transparenten und weltweiten Web aus? Interessante Antworten auf diese Fragen liefern die aktuellen Studien von Harris Interactive und Forrester.

Zum Vergleich: die stärkste Marke der Welt wird auf 83 Milliarden US$ geschätzt. Sie heißt Coca Cola. Diese Ergebnisse stammen von Interbrand.
Doch wie sieht es mit der Akzeptanz von Marken und Markenwelten im transparenten und weltweiten Web aus? Brauchen Online-Kunden ein starkes Markenimage als Orientierungshilfe für ihre Kaufentscheidungen? Interessante Antworten auf diese Fragen liefern die Studie ecommercePulse von Harris Interactive und ein Bericht über das Konsumverhalten im Internet von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem Hause Forrester.

Harris Interactive befragte für eine Mammutuntersuchung zum Online Shopping insgesamt 103.127 Personen. Sie sollten sich auch zur Bekanntheit von Online-Handelsmarken äußern. Der Markenbewußtsein stellte sich als überraschend niedrig heraus. Das signifikante Resultat: 40 Prozent der Teilnehmer konnten für 12 von 13 vorgegebenen Branchen keinen Internet-Händler benennen. Als Spitzenreiter stellte sich iQVC heraus, die mehrmals auf Platz 1 landete. Amazon, eBay, Lands End, Microsoft und Egghead schafften es ebenfalls, sich aus der Masse abzuheben.

Forrester befragte 8.600 Online-Nutzer im Alter zwischen 16 und 22 zu ihren Online-Konsummustern. Die jungen Leute sollten sich zu 50 für ihre Altersgruppe wichtigen Marken äußern. Gefragt wurde, ob sie die zugehörigen Websites besuchen oder die Waren online ordern. Das überraschende Resultat lautet, dass Marken, auch wenn sie im Offline-Konsumverhalten eine bedeutende Rolle spielen, online eine geringe Relevanz haben. "Überrascht mussten wir feststellen, dass die heißesten Marken für junge Konsumenten online kaum einen Wert haben", erläuterte Shelley Morrisette, Group Director bei Forrester die Umfrage. Mehr noch: "Bis auf Intel und Yahoo! scheinen auch High-Tech-Marken in der Online-Welt junger Konsumenten keine Rolle zu spielen. Dies legt nahe, dass Marken online nicht so wichtig sind. Was zählt, ist Online-Nutzen und Online-Aktivität.

" Was muss man also beim Aufbau einer Internetmarke beachten? Genau auf die Bedürfnisse der Anwender eingehen, heißt das Motto.

Das informationsbasierte Internet braucht daher rationale Marken. So dass Fazit der BusinessWeek. "Rationale Marken, die Online-Konsumenten eine Hilfestellung bieten, sind auf dem Vormarsch." Online Marken können nicht einfach nur "sein", sie müssen etwas "tun".

Über Anregungen und Kritik freut sich Tobias Arndt

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