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Online-Personalbeschaffung bringt Kostenersparnis
06.10.1999 | Artikel drucken
Das Anwerben von Mitarbeitern über das Internet lohnt sich - und das in mehrfacher Hinsicht. Neben den geringen Kosten liegt der größte Vorteil in der erheblichen Zeitersparnis bei der Mitarbeitersuche. Zugleich nimmt der Mangel an Fachkräften in der IT-Branche immer weiter zu. Im Jahr 2002 sieht IDC mehr als 2 Million offene Stellen in der Industrie.
Das Anwerben von Mitarbeitern über das Internet lohnt sich - und das in mehrfacher Hinsicht. Auf 8.20000 US$ beziffert eine Untersuchung von Creative Good das Einsparpotential pro Einstellung im "Krieg um die Talente". Auch der Netzwerkanbieter CISCO berichtet für das Jahr 1998, insgesamt bereits 8 Millionen US$ durch das Online-Recruitment eingespart zu haben. Doch abgesehen von den geringen Kosten für Online-Veröffentlichungen und Kommunikation gibt es noch eine weitere Ursache für das Potential zur Kostenminimierung: Die Mitarbeitersuche ist in der IT-Branche generell zu einem der bedeutendsten Kostenfaktoren für die Unternehmen avanciert. Derzeit fehlen weltweit mehr als eine Millionen IT-Fachleute. Das entspricht etwa einem Viertel der gesamten Beschäftigten in der Branche, so eine Untersuchung der IDC.
Ein Ende des Mangels an IT-Fachleuten ist nicht in Sicht. Im Jahr 2002 sieht IDC mehr als zwei Millionen offene Stellen in der Industrie, davon allein mehr als eine Million in Europa. Das Wachstum wird bis über das Jahr 2005 hinaus ungebremst weitergehen. Das US-Department of Commerce sagt für 2006 voraus, dass fast jeder zweite Arbeitsplatz in den USA direkt oder indirekt von der IT-Branche abhängig sein wird. Die Industrie selbst sieht dem Problem pragmatisch entgegen: In einer Umfrage unter IT-Managern von der US-Marktforschungsgesellschaft A. T. Kearney lag die Verfügbarkeit von Fachkräften mit 75 % auf Platz 1 der Faktoren für eine Standortentscheidung.
Der Online-Vermittlung wird ein rasanter Höhenflug vorausgesagt. Computer Economics prognostiziert für 2002 immerhin 16 Millionen Bewerbungen auf 1.200 größeren Internet-Jobvermittlungen. Das macht mehr als eine Verdreifachung der Zahl von knapp 5 Millionen am Ende dieses Jahres. Das Internet wird zu dem Medium für die Arbeitsvermittlung schlechthin aufsteigen, in dem Firmen nicht nur inserieren sondern auch besonders einfach auf vorhandene Bewerbungen Zugriff haben. Von den 8.20000 US$ Einsparung pro Einstellung veranschlagt der Report von Creative Good 6.20000 für Zeiteinsparungen bei der Suche und nur 2.20000 für die geringeren Inseratkosten. In Deutschland kümmert sich traditionell auch eine staatliche Institution um die Vermittlung von Arbeitskräften: Das Arbeitsamt hat schon lange die Chancen des Internet erkannt. Seit Mitte des Jahres sind über eine Million Bewerbungen online verfügbar. 1998 brachte die Bundesanstalt für Arbeit 3,7 Millionen Suchende in Lohn und Brot. Wenn auch das Einsparpotential für Arbeitgeber in diesem Bereich sicher weit unter den genannten Margen der IT-Branche liegt.
Über Anregungen und Kritik freut sich Tobias Arndt
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