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Süßer die Kassen ...
12.01.2000 | Artikel drucken

Das Online-Weihnachtsgeschäft hat wieder viele Erwartungen und Umsatzrekorde übertroffen. Erstmals nahm der Online-Einzelhandel die Schwelle von einer Milliarde US$ pro Woche.

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Der Internet-Run auf die Geschenke erreichte zwischen dem 6. und 12. Dezember mit einem Wochenumsatz von 1,25 Milliarden US$ seinen Höhepunkt. Insgesamt kann im Vorjahresvergleich von einem Anstieg um das drei- bis vierfache ausgegangen werden (Quelle: Shop.org). Und dass es sich bei den Online-Kunden in der Menge nicht mehr um Schnupper- oder Probekäufer handelt, zeigt eine Untersuchung von InsightExpress und NFO Worldwide : Demnach gaben Online-Käufer schon ein Drittel ihres Weihnachtsbudgets im Web aus.

Der Startschuss fiel in den USA zu Thanksgiving. 400 Prozent Wachstum im Vergleich zum Vorjahr konnte alleine das Shoppingportal von Yahoo! verzeichnen. Bei AOL kauften in der Auftaktwoche der "Holidayseason" vier Millionen Mitglieder ein, davon 600.20000 Erstkäufer. Insgesamt wurden in der Woche laut Goldman / Sachs und PC Data 545 Millionen US$ umgesetzt. Den Höhepunkt erreichte das Weihnachtsgeschäft dann in der 49. Kalenderwoche mit 1,25 Milliarden US$. In der Weihnachtswoche selbst sanken die Einnahmen wieder auf knapp 500 Millionen US$.

Damit beziffert die Studie die Online-Einzelhandelsumsätze in der Adventszeit in den USA auf insgesamt etwa 2,5 Milliarden US$. Aus Großbritannien werden insgesamt Zahlen in Höhe von etwa 600 Millionen Mark genannt. In Deutschland äußerte sich als erste Branche der Internet-Buchmarkt mit dem Weihnachtsgeschäft überaus zufrieden.

"Der enorme Anstieg im Online-Weihnachtsgeschäft hat unsere Erwartungen bei Weitem übertroffen.", kommentierte David Pecaut, Vize Präsident der Boston Consulting Group, die Ergebnisse ihrer eigenen Untersuchung. "Die Zuwachsraten lassen keinen Zweifel daran aufkommen, dass sich Online-Konsumenten an den Kauf von Geschenkwaren im Web gewöhnt haben und dass Online-Händler mit ihrem Angebot den richtigen Riecher hatten. Wir glauben, diese Wachstumskurven werden sich auch im nächsten Jahr fortsetzen." Die BCG-Studie beziffert den Anstieg der eingegangenen Bestellungen im Vergleich zum Vorjahr auf 270 Prozent und der Umsätze sogar auf 300 Prozent. Die Zahlen stützen sich auf Untersuchungen bei den größten Online-Händlern zwischen dem 20. November und dem 19. Dezember. Genau diese Steigerungsraten sorgten allerdings für Probleme. Internet-Shoppingsites gingen in virtuellen Warteschlangen unter.

Bestellungen kamen nicht durch, Lieferungen nicht an. So unterbrachen 9 von 10 Teilnehmer einer Umfrage von Andersen Consulting während der Adventszeit mindestens einmal ihre Online-Shopping-Sitzung und 40 Prozent berichteten von massiven Problemen (siehe: Spotlight 22.12.99). Die häufigsten Beanstandungen lauten: Nichtverfügbarkeit der Waren (64 Prozent), zu späte Lieferung (40 Prozent), zu hohe Lieferkosten (38 Prozent), Zugangsprobleme im Web (36 Prozent). 28 Prozent erhielten keine Kaufbestätigung.

Trotzdem wollen 96 Prozent im nächsten Jahr wieder im Internet Weihnachtseinkäufe tätigen;72 Prozent werden das Web sogar für ihre regelmäßigen Erledigungen nutzen. Denn unabhängig von allen Problemen halten 73 Prozent der Befragten Internet-Shopping für besser als den traditionellen Einzelhandel. Alles deutet darauf hin, dass das Jahr 2000 den wirklichen Durchbruch im Online-Einzelhandel bringt.

Über Anregungen und Kritik freut sich Tobias Arndt

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