Valentinstag im Web: Kein Liebesdienst 23.02.2000 | Artikel drucken
Die erste Nagelprobe für den Internet-Consumermarkt im neuen Jahr entpuppte sich als Problemfall. Dem Run auf Grußdienste, Süßigkeiten und vor allem Blumen schienen einige Anbieter trotz gegenteiliger Beteuerungen nicht gewachsen. Das jedenfalls fand eine Analyse von Keynote heraus.
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Kein Wunder: 11,3 Millionen Online-Käufer tummelten sich zum zweitwichtigsten Online-Shopping-Ereignis des Jahres im Web, so Ernst & Young. Diese kauften, laut NDP Online Research überwiegend Blumen, während manch andere ihre Sympathiebekundungen bevorzugt mit Schokolade zum Ausdruck brachten.
Gleich reihenweise enttäuschten die zum Valentinstag angesagten Internetanbieter ihr Publikum. So rangierte die Verfügbarkeit von Online-Grußkarten am 14. Februar gerade mal zwischen 43,4 und 73 Prozent. Online-Händler für Blumen und Süßigkeiten wurden erwartungsgemäß schon vor dem Tag der Liebenden angesteuert. Schließlich sollten die "Herzensgeschenke" pünktlich eintreffen. Das Ergebnis war freilich erschreckend: Jede dritte Bestellung kam nicht termingerecht an! Wie wichtig diese Erkenntnisse sind, macht Daniel Todd, Direktor Public Services bei Keynote deutlich:"Valentinstag ist noch ein schwierigerer Test als Weihnachten, weil sich die ganze Aufmerksamkeit auf den einen Zieltag konzentriert."
Bei den Blumen machte der Internet-Riese 1800-flowers die schlechteste Figur: Gerade mal ein Drittel der eingegangenen Bestellungen kamen rechtzeitig an. Einen traurigen Negativrekord stellte indes der Schokoladenhändler Ethel M auf: Kein einziges Paket erreichte die Empfänger termingerecht.
Bei den Grußkarten hatten Internet-Nutzer allerdings rechtzeitig vorgesorgt: Die persönliche Grußkarte auf Pappe lässt sich nicht so leicht durch ihr virtuelles Pendant verdrängen: 87 Prozent ließen sich den Gang in die Schreibwarengeschäfte nicht nehmen, fand NDP. Sie beugten somit dem Ansturm auf Online-Anbieter vor. Und der konnte sich sehen lassen: Laut Nielsen/Netratings verzeichneten die Websites Zuwächse um das bis zu Vierfache. Blue Mountain Arts musste beispielsweise mit einen Ansturm von 3,5 Millionen Neukunden an dem einen Tag fertig werden. Trotz dieser Jahreshöchstbelastung schaffte die Website laut Keynote im Konkurrenzvergleich mit 73 Prozent die höchste Erreichbarkeit.
Über Anregungen und Kritik freut sich Tobias Arndt