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Im Internet blüht der Tauschhandel
14.06.2000 | Artikel drucken

Der bargeldlose Tausch von Waren und Dienstleistungen erlebt derzeit durch das Internet eine wahre Renaissance. Speziell im Bereich B2B, melden Sites wie Ubarter.com, BARTERTRUST.com oder BigVine.com beinahe täglich neue Umsatzrekorde. So laufen allein über Ubarter.com Transaktionen in Höhe von knapp vier Millionen US$ pro Monat. Die Zahl der teilnehmenden Firmen ist auf diesem Marktplatz währenddessen auf über 9000 angewachsen.

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Das Prinzip ist einfach: So bietet etwa Blimpie Subs seine 6 Fuß langen Party-Sandwiches über Ubarter.com an und gibt dabei den zugrunde gelegten Warenwert von 59,99 US$ exakt an. Dieser Wert bleibt jedoch fiktiv und bildet lediglich die Orientierung für einen möglichen Tauschartikel. Diesen wiederum könnte Green Power Enterprise liefern, die für eine Betriebsfeier noch auf der Suche nach dem passenden Catering sind und im Gegenzug digitale Faxgeräte für 99 kanadische Dollar offerieren. Um den Tausch zwischen den jeweiligen Firmen zu erleichtern, bieten die Barter-Companies (to barter[engl.] = Tauschhandel betreiben) eigene Währungen an. Firmen können so mit Hilfe von Ubarter dollars, BarterTrust dollars oder Trade Dollars einkaufen bzw. eigene Waren für die virtuelle Währung anbieten. Ein Produzent von Elektronikartikeln kann so etwa die über den Verkauf von Fernsehern erworbenen virtuellen Dollars in Bürostühle anlegen. Dabei entscheiden die Firmen selbst, ob die veranschlagten Preise fix sind oder lediglich eine Verhandlungsbasis darstellen. Auch existieren bereits Pläne, über Versteigerungen die virtuelle Währung zu erwerben.

Der Vorteil für die teilnehmenden Firmen liegt vor allem im "liquiditätsschonenden" Einkauf von Waren und Dienstleistungen. Daneben können Barter-Sites jedoch auch einen interessanten neuen Vertriebsweg darstellen, da davon auszugehen ist, daß auf den Marktplätzen bei dieser Gelegenheit zahlreiche neue Geschäftskontakte entstehen. Und nicht zuletzt bietet Barter-Sites eine bequeme Möglichkeit Restbestände und Überkapazitäten als Tauschobjekte einfach als Tauschobjekte anzubieten. Dadurch umgehen die Firmen unter Umständen den ansonsten üblichen Weg massiver Preisnachlässe. Der bargeldlose Handel vereinfacht zudem internationale Geschäfte. Durch die virtuellen Währungen sind Firmen nicht gezwungen, Wechselkursrisiken mit einzukalkulieren oder Gebühren für den Währungstausch aufzuwenden.

Das sich virtuelle Tausch-Marktplätze natürlich auch für die Anbieter bezahlt machen müssen, liegt auf der Hand: Die Barter-Sites finanzieren sich in der Regel über transaktionsabhängige Gebühren. So kostet etwa ein Tausch bei Ubarter.com für den Käufer und Verkäufer jeweils 5% des gehandelten Warenwerts. Zusätzliche Geldquellen stellen etwa Mitgliedsbeiträge in Barter-Communities oder Zinsen für einen negativen Tauschsaldo dar.

Über Anregungen und Kritik freut sich Matthias Janusch

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