Meinungsführer: Mehr Einfluss denn je 21.06.2000 | Artikel drucken
Wer stellt die wichtigste Gruppe für Ihren Geschäftserfolg im Internet dar? Die Meinungsführer! Sie bringen Ihnen die meisten Kunden, indem "word-of-mouth"-Empfehlungen ausgesprochen werden. Dabei ist der Einfluss der Meinungsführer in der "New Economy" weitaus höher als in der "Old Economy".
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Internet Anwender verlassen sich auf das Urteil von Meinungsführern. Damit bestätigt eine Studie von Roper Starch das gängige Bild: Was im Internet zählt ist Qualität, die überzeugt. Daher hören Nutzer eher auf Empfehlungen - word of mouth - als auf Werbung. Dieses Ergebnis unterstützt auch die jüngste Studie von Harris Interactive. Demnach steuert die Mehrzahl der Online Kunden eine Website direkt über die Eingabe der URL an.
Ob Banner, Print, Radio oder gar TV - Webanbieter müssen guten Kampagnen auch gute Leistungen folgen lassen. "e-fluentials" nennt Roper Starch die Gruppe der Meinungsmacher im Web. Dabei beziffert die Studie ihre Zahl nur auf etwa 8 Prozent oder 9 Millionen von 109 Millionen Online Anwendern in den USA. Diese beeinflussen mehr Menschen zu mehr Themen als dies Meinungsführer der Old Economy vermögen: "Früher hatte ein Meinungsführer Einfluss auf zwei weitere Konsumenten in der New Economy sind es gleich acht", so Roper Starch Geschäftsführer Chris Komisarjevsky. Für Ihn lautet die Konsequenz: "Unternehmen, soziale Gruppen und die Verwaltung müssen Meinungsmacher im Web verstehen und konkret ansprechen - das ist die Herausforderung hier und heute."
Roper Starch empfiehlt gleich drei Strategien:
An erster Stelle steht die direkte Ansprache von Online Meinungsführern. Marktforschung und andere Analysen müssen die 10 Prozent e-fluentials herausfiltern und diese gezielt bewerben und im Idealfall eine One-On-One-Beziehung etablieren. An zweiter Stelle stehen bessere Kommunikationskonzepte: Mit Meinungsführern sollte ein Dialog geführt werden. Chat, direkter Rückruf aber auch die zeitnahe Beantwortung von Email-Anfragen sind hier maßgeblich. Schließlich liegt ein wichtiges Ziel in der Minimierung von fehlgesteuerten Informationen. Unternehmen sollen Meinungsführer selektiv ansprechen, um z.B. die Verbreitung von Gerüchten zu verhindern.
Wie wichtig diese Strategien sind, unterstreicht auch die Untersuchung von Harris Interactive: 6 von 10 Käufern geben die URL der Shopping Website direkt in den Browser ein. Das Ergebnis korreliert auch mit der Qualität der Anwender: Durch Banner-Werbung werden die weniger interessanten Nutzer angelockt. Offline Werbung sieht Harris noch wirkungsloser: Gerade mal 6 Prozent steuern darüber eine Website an. Am Meinungsführer im Web und an der persönlichen Empfehlung führt für Online-Marketer kein Weg vorbei.
Über Anregungen und Kritik freut sich Tobias Arndt