In der vergangenen Woche wurde ein neues Akronym auf den Markt gebracht: UDDI. Es steht für "Universal Description, Discovery and Integration Projekt". Mit Microsoft, IBM und Ariba sorgten drei bekannte Namen für die nötige Aufmerksamkeit.
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Ein Software Standard zur Erleichterung des B2B, so die Initiatoren, solle UDDI werden. Dabei geht es vor allen Dingen um zwei Ziele:
Mit Hilfe eines plattformneutralen Sets von Spezifikationen können Unternehmen Angaben über sich und die Art und Weise, in sie elektronische Geschäfte abwickeln, beschreiben. Damit sollen in erster Linie automatisierte System-zu-System Interaktionen möglich werden.
Gemeinsam wollen die Initiatoren darüber hinaus ein globales UDDI-Verzeichnis aufbauen und unterhalten. Hier können sich nachfragende und anbietende Unternehmen registrieren und nach geeigneten Geschäftspartnern suchen - bislang ist geplant, dieses Verzeichnis kostenlos zur Verfügung zu stellen.
Das Prinzip von Telefonbüchern illustriert das Verfahren anschaulich: der dem normalen "weißen" Telefonbuch entsprechende Teil des UDDI-Verzeichnisses enthält den Namen des Unternehmens, die Adresse und die üblichen Kontaktinformationen. Die "gelben Seiten" geben Aufschluß über die Produkte und Services, die das Unternehmen anbietet. Und die neuen "grünen Seiten" schließlich informieren über die Protokolle, die das Unternehmen im elektronischen Geschäftsverkehr nutzt. Die Systeme von aktuellen oder potentiellen Geschäftspartnern können diese Informationen durchsuchen und bei Erfolg downloaden, die standardisierte Form verringert dabei enorm die Komplexität der nötigen Programme. Den Geschäftspartnern stehen so alle Informationen darüber zur Verfügung, wie sie Transaktionen miteinander abwickeln können: Angebote und Rechnungen z.B. werden automatisch im vom Partner verwendeten Format übermittelt.
Insbesondere die elektronischen Marktplätze sollen von diesem Verfahren profitieren, denn gegenwärtig scheitert die vollständige Abwicklung der Geschäftsprozesse im elektronischen Medium häufig daran, dass die technischen Systeme der Akteure nicht hinreichend miteinander kommunizieren können. Zwar werden z.B. Auktionsplattformen für die Ausschreibung verschiedenster Güter rege genutzt, aber wenn es an Vertragsabschlüsse oder Lieferbedingungen geht, sind nach wie vor häufig Telefon und Faxgerät unerläßlich Hilfsmittel.
Das UDDI-Projekt ist eine offene Initiative der Industrie, jede Organisation kann teilnehmen, mittlerweile haben sich knapp 40 Unternehmen angemeldet. Allerdings bestehen unter Experten noch Vorbehalte: sie betreffen vor allen Dingen die Frage, ob IBM und Microsoft tatsächlich zu einer produktiven Zusammenarbeit in der Lage sein werden. Denn es gilt möglichst schnell zu Ergebnissen zu kommen. Immerhin ist die Beta-Version des "UDDI Business Registry" bereits für die erste Oktoberwoche angekündigt.