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Dotcoms schreiben schwarze Zahlen
13.12.2000 | Artikel drucken

Auch wenn es die Hiobsbotschaften von den Börsenplätzen dieser Welt nicht unbedingt vermuten lassen: viele Dotcom-Unternehmen schreiben bereits heute schwarze Zahlen. Und für die Zukunft lassen gleich mehrere optimistische Studien den Markt aufhorchen.

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Trotz Börsenflaute krankt die New Economy nicht allgemein an schlechten Ertragsdaten. Dass Panik nicht angesagt ist, zeigen gleich mehrere aktuelle Studien aus Europa. So meldet das britische Marktforschungsinstitut NOP Research Group, dass bereits 1999 30 Prozent der britischen Internetfirmen profitabel arbeiteten. Dem entspricht auch eine Studie der Deutschen Ausgleichsbank, die die gesamte Branche immer noch als Wachstumsmotor der Wirtschaft ansieht.

Auf Angaben von 540 jungen Technologieunternehmen, die hauptsächlich im Internet einige auch in der Biotechnologie tätig sind, stützt sich der deutsche Report. 90 Prozent planen massive Neueinstellungen, 50 Prozent investieren aus eigener Kraft in die Forschung und 60 Prozent der Unternehmen haben trotz Flaute ein klares Ziel vor Augen: den Börsengang.

Auch eine neue Untersuchung der Auguren von PricewaterhouseCoopers zeigt, dass es den europäischen Dotcom-Unternehmen besser denn je geht. Mehr als die Hälfte der reinen Internet-Unternehmen in Euroland arbeiten demnach bereits heute profitabel. Auch bei den Wachstumsraten zeigt man sich in den meisten Unternehmen sehr optimistisch: Im Durchschnitt wird im nächsten Jahr ein Umsatzwachstum von 272 Prozent erwartet. Kevin Ellis von PwC warnt jedoch davor, dass von vielen Unternehmen nicht realistische Umsatzerwartungen ausgebeben werden. PwC befragte insgesamt 400 Internet-Unternehmen in Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien.

Dieses Ergebnis wird auch von den durch NOP befragten Unternehmen bestätigt. Demnach wollen 50 Prozent in diesem Jahr den Break Even erreichen. Und nur eine der 102 befragten Firmen befürchtet in 2001 nicht mehr am Markt zu sein. Die Erwartungen reflektieren allerdings auch ein gewaltiges Umdenken. So planen die Unternehmen drastische Kürzungen bei ihren Ausgaben für Marketing. Anstatt breit angelegter Kampagnen versucht die Brache jetzt zielgerichtete Mittel mit direkter Erfolgsmessung, wie beispielsweise Direct-Mailings und Werbung in Handelsmedien. Trotzdem sind Unternehmen gut beraten, wenn sie mehr Augenmerk auf die Umwandlung von Nutzern zu Kunden richten.

Genau das macht der Internet-Einzelhandel in den USA, so eine Studie der Boston Consulting Group. Die über shop.org durchgeführte Untersuchung sagt aus, dass Online Händler ihre Werbeausgaben für Offlinekampagnen drastisch herunterschrauben. So planen 89 Prozent große Online-Kampagnen wohingegen nur 4 Prozent ihre Offline-Ausgaben intensivieren. Dementsprechend stecken Online-Händler ihr Marketinggeld in Verkaufsförderung und Onlinewerbung. So planen 54 Prozent Geschenkgutscheine, 39 Prozent Werbung auf Breitenportalen, 36 Prozent schließen Kooperationen mit Contentprovidern ab und 29 Prozent geben gleich ein vollwertiges Geschenk auf jeden Kauf.

Über Anregungen und Kritik freut sich Tobias Arndt

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