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Weihnachtssaison 2000: Top oder Flop?
10.01.2001 | Artikel drucken

Lange Schlangen in den Innenstädten, besetzte Parkhäuser und die bange Frage, ob Artikel überhaupt noch verfügbar sind: nein, der Shoppingalptraum zu Weihnachten ist überstanden. Aber hat der Online-Handel wieder saftige Zuwachszahlen hinlegen können?

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Erfüllten AOL, Amazon & Co tatsächlich die hochgesteckten Erwartungen? Das Online-Weihnachtsgeschäft beleuchten jetzt eine ganze Reihe hochaktueller Studien, denn auch Marktforscher haben über die Feiertage alle Hände voll zu tun.

Zunächst einmal die reinen Zahlen. Laut PC Data Online und Goldman Sachs konnte der Online-Einzelhandel in der Feiertagszeit einen Umsatzzuwachs von 108 Prozent erzielen. In absoluten Zahlen kamen US-Händler im November und Dezember auf 8,7 Milliarden US$, im Vorjahr waren es noch 4,2 Milliarden. Boston Consulting Group und Shop.org zeigen sich in einem brandaktuellen Vorabbericht etwas zurückhaltender. Die Untersuchung kommt auf nur 76 Prozent Zuwachs. Damit stieg das Weihnachtsgeschäft in relativen Zahlen deutlich schwächer als von 1998 auf 1999, da betrugen die Zuwachszahlen etwa 300 Prozent.

Allerdings deuten viele Untersuchungen auf eine positive Entwicklung hin: Das Volumen pro Bestellung nimmt allgemein zu. Um 23 Prozent laut BCG in den USA und in Großbritannien laut Taylor Nelson Sofres um 60 Prozent. Diese Zahl weist auf eine Verbesserung der Akzeptanz von Online-Bestellungen und auf eine Erhöhung der Rate der Wiederholungskäufer hin. Diese Zahlen bestätigt ein Report der NPD Group, wonach sich in der Saison 2000 immerhin 90 Prozent der Online-Käufer zufrieden und 57 Prozent sogar besonders zufrieden mit ihrem Shoppingerlebnis zeigten. Was die Wiederholungsrate anbelangt: 68 Prozent der Befragten wollen bereits im ersten Quartal 2001 nochmals im Web einkaufen und 40 Prozent bereits im Januar. Trotz der hohen Zufriedenheitsrate berichteten nur 37 Prozent der Befragten von keinerlei Schwierigkeiten. 31 Prozent hingegen beklagten, dass Waren ausverkauft waren und 23 Prozent mussten sich mit zeitweisen Ausfällen von Shoppingsites arrangieren. Die Hauptprobleme in der Saison 1999 scheinen Händler jetzt besser in den Griff bekommen zu haben: Nur 14 Prozent erhielten die Bestellungen zu spät.

Und das waren die Renner im Online-Weihnachtsgeschäft: Laut Nielsen lagen Spezialgeschenkartikel mit einem Wachstum von 264 Prozent an der Spitze, gefolgt von Spielwaren (136,6 Prozent), Kleidung (129,8 Prozent) und Unterhaltungselektronik (114,8 Prozent). Eher schlecht schnitt Computerhardware mit 7,9 Prozent Zuwachs und Medien (Bücher, Audio, Video) mit 49 Prozent ab.

Spitzenreiter bei den Portalen war wieder einmal AOL: Nutzer des größten Onlinedienstes sorgten für 4,6 Milliarden US$ Umsätze, 1999 waren es noch 2,5 Milliarden. Was einzelne Händler anbelangt, hatte die Allianz zwischen Amazon.com und Toys’R’Us mit 123 Millionen Shopping Visits die Nase vorn. Weit abgeschlagen folgt eToys.com mit 21 Millionen auf Platz zwei. Die folgenden drei Ränge belegten laut Nielsen Dell.com, barnesandnoble.com und CDNow.com.

In Puncto Nutzerzahlen stellten allerdings Kommunikationsanwendungen über die Feiertage alles in den Schatten. So verschickten laut einer Studie von Pew International und American Life Project 53 Prozent oder 51 Millionen Amerikaner Gruß-Emails. 30 Millionen davon bedienten sich elektronischer Grußkarten. Angesichts dieser Zahlen darf man auf den Valentinstag gespannt sein.

Über Anregungen und Kritik freut sich Tobias Arndt

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