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Superbowl als Branchenindikator
17.01.2001 | Artikel drucken

Die Höhe der Werbeausgaben ist meist ein verlässlicher Indikator für das momentane Befinden einer Branche. In den USA ist der Superbowl das Medien- und Werbeereignis schlechthin, doch Dot.com-Werbekunden sind in diesem Jahr Mangelware.

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Die Auswirkungen von Börsencrash und Pleitewelle machen sich nun auch in der Werbung bemerkbar. Dieses Jahr sind nur drei Dot.coms beim Superbowl am Start. Ein Indikator dafür, dass die Onlinewerbeumsätze weniger steil anwachsen werden als angenommen. Das müssen nicht nur die großen US-Portale wie Yahoo! zur Kenntnis nehmen. Jetzt mehren sich die Hinweise, dass auch anderenorts Online-Werbeetats zusammengestrichen werden.

Der japanische Ableger von Salomon Smith Barney stufte unlängst die Prognosen für das Onlinewerbeaufkommen für das Jahr 2003 deutlich zurück. Ursprünglich gingen die Auguren von 2,7 Milliarden US$ aus, jetzt senkten sie die letzte Prognose um 700 Millionen US$ – immerhin knapp 30 Prozent. Trotzdem treffen diese Projektionen Asien nicht so sehr wie die Onlinewerbeindustrie in den USA, wo bereits knapp drei Prozent aller Werbeausgaben an Onlinemedien fließen. In Asien liegt die Zahl zwischen 0,5-1 Prozent. Wie unbedeutend der Sektor in Asien noch ist, machen Erhebungen für China deutlich: Hier stufte Merrill Lynch gerade die Prognosen deutlich von 120 Millionen US$ auf 80 Millionen US$ in diesem Jahr zurück.

Im letzten Jahr befand sich der Superbowl, das Werbeereignis in den USA schlechthin, fest in Händen der New Economy. Dabei verbrannten gleich 20 Dot.coms ihr Venture Capital bei Preisen von 2,5 Millionen US$ für 30 Sekunden Werbezeit. In diesem Jahr gehen nur drei Companies wieder an den Start. Zudem schließt sich keine einzige neue Internetfirma dem Werbemarathon an.

Bei diesen Nachrichten fällt nur ein kleiner Seitenblick auf einen Werbeskandal in den USA. Da erschienen plötzlich Werbebanner von Microsoft und Amazon auf der Website von Al Manar TV, dem Propaganda-Medium der islamischen Organisation Hisbollah. Während Microsoft davon ausgeht, dass der Banner ohne Autorisierung und ohne Vergütung platziert wurden musste Amazon eingestehen, dass ein Associate Programm bestand. Den Werbevertrag kündigte die Bezos-Firma natürlich umgehend. Bei 600.000 Teilnehmern des Partnerprogramms muss Amazon allerdings keinen Umsatzeinbruch fürchten.

Über Anregungen und Kritik freut sich Tobias Arndt

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