"Let smart people work for you" 07.02.2001 | Artikel drucken
Mitarbeiter stellen das Kapital der Informationstechnologie dar. Das weiß die Branche nicht erst seit dem legendären Ausspruch von Bill Gates. Doch nach wie vor fehlen qualifizierte IT-Kräfte an allen Ecken und Enden.
Anzeige
So ermittelte Forrester in der Studie „Peopling Europe's eT Strategies“, dass 90 Prozent der europäischen Unternehmen nicht genügend IT-Mitarbeiter akquirieren können. Der IT-Standort Ruhrgebiet geht die Problematik ganz offensiv an. Dort findet am kommenden Samstag nach durchschlagendem Erfolg der Vorjahresveranstaltung zum zweiten Mal eine IT-Jöbbörse in der Messe Essen statt.
Allein für Essen geht das Arbeitsamt von 1.500 unbesetzten Stellen bei gut 500 Unternehmen der IT-Branche aus. Um ihren akuten Personalbedarf zu decken, haben sich über 70 Unternehmen der Region angemeldet, gut doppelt so viele wie im Vorjahr. Aussteller wie Veranstalter – die Initiative e-Business-Essen und die Projekt Ruhr GmbH – hoffen an die Erfolge des letzten Jahres anknüpfen zu können. Da wurden von 5.000 Besuchern rund 100 in Arbeitsstellen vermittelt.
Forrester geht in der Studie „Peopling Europe's eT Strategies“ noch weiter: Die Knappheit an IT-Personal führt nicht nur zu Vakanzen bei gut 90 Prozent der Unternehmen, bei immerhin zwei Dritteln kommt es auch zu Verschleppung und Verspätung von Projekten. In den USA können laut Information Technology Association of America die Hälfte aller offenen Stellen nicht besetzt werden. In Zahlen: Von 1,6 Millionen blieben im Jahr 2000 in den Vereinigten Staaten 843.000 Positionen offen.
Trotz düsterer Meldungen aus einigen Dotcom-Firmen scheint dieser Trend auch für die Internetwirtschaft ungebremst. Zwar fielen Pleiten und Rationalisierungsmaßnahmen speziell von reinen Interneteinzelhändlern zwischen Dezember 1999 und Dezember 2000 laut Challenger, Gray and Christmas, insgesamt 41.515 Internetjobs bei 496 Companies zum Opfer. Hingegen zählt die aktuelle Studie Internet Indicators der Universität Texas im Auftrag von Cisco über drei Millionen Jobs in der Internetwirtschaft. Damit liegt hat das Internet mittlerweile mit einem Vorsprung von gut 60.000 in den USA sogar die Versicherungswirtschaft eingeholt.
Dabei arbeiten in der Internetwirtschaft nur ein Bruchteil der Beschäftigten im High-Tech-Bereich: Sieben von 10 Stellen sind eher traditionell geprägt. Das zeigt, wie wichtig die Besetzung von High-Tech-Stellen ist: Sie ziehen gerade eine Vielzahl andere Arbeitsplätze nach sich.
Über Anregungen und Kritik freut sich Tobias Arndt