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Staat online: Wann wird der Bürger zum Kunden?
07.03.2001 | Artikel drucken

E-Government steht nicht nur in den USA und Großbritannien im politischen Alltag ganz oben auf der Tagesordnung. Auch in Deutschland mehren sich die Projekte, die Wirtschaftsabläufe der öffentlichen Hand sowie Verwaltungsaufgaben ins Internet verlagern.

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Kein Wunder: Beträgt doch die Staatsquote am Bruttoinlandsprodukt immer noch mehr als 50 Prozent. Doch bis zur flächendeckenden Implementierung von E-Government braucht es noch Zeit, wie die neue Studie von Forrester „Der Staat geht online“ zeigt. Demnach avanciert das Internet erst ab 2008 zum wichtigsten Kommunikationsmedium zwischen Bürokrat und Bürger.

Wie weit der Weg ist, zeigt das Beispiel USA: Selbst im Mutterland des Internet verfügten im Sommer 2000 gerade einmal 35 Prozent aller öffentlichen Verwaltungen über einen eigenen Web-Auftritt. Dieser Zustand sollte sich jedoch schon bald ändern. Noch die Clinton-Regierung beschloss weitreichende Maßnahmen. So soll z.B. ab 2003 die öffentliche Beschaffung elektronisch abgewickelt werden. In Großbritannien verfolgt die Blair-Regierung schon seit langem den Plan, spätestens bis 2005 alle geeigneten Verwaltungsaufgaben auch online anbieten zu können. Jüngste Schätzungen gehen sogar von einer früheren Umsetzung aus.

In Deutschland laufen laut Forrester derzeit lediglich Pilotprojekte, die in der Mehrzahl eher Informationscharakter besitzen, in denen Verwaltungen Adressen, Öffnungszeiten, Tourismusangebote und Standortinformationen zur Verfügung stellen. Angesichts dieser rückständischen Situation fordert auch der VDE mehr direkten Service für den Bürger über das Internet. Der Wirtschaftsverband stellt sich ein Verwaltungsnetz nach dem Vorbild des Deutschen Wissenschaftsnetzes vor. Schließlich müssen laut VDE abgesehen von Kommunikationsprozessen auch Arbeitsabläufe und Entscheidungsprozesse optimiert werden.

Mit der Forderung nach einer gemeinsamen Plattform und einem gemeinsamen Netz trifft der VDE den Kern des Problems. Denn gerade die unzureichende Infrastruktur, unterschiedliche und vor allem nicht kompatible Bearbeitungssysteme und Datenformate machen die Zentralisierung von Verwaltungsaufgaben nahezu unmöglich. Diese Probleme existieren allerdings nicht nur in Deutschland. Eine aktuelle Studie des us-amerikanischen General Accounting Office macht die Inkompatibilität unterschiedlichster Bearbeitungssysteme und Internetlösungen dafür verantwortlich, dass für die sichere Datenübertragung beim E-Government kein Verschlüsselungsstandard gefunden werden kann. Deutschland befindet sich also auch international in bester Gesellschaft.

Über Anregungen und Kritik freut sich Tobias Arndt

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