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Digital Divide – eGovernment mit beschränktem Zutritt
06.06.2001 | Artikel drucken

Die Vereinigten Staaten nehmen auch im eGovernment eine Vorreiterrolle ein. Quer durch den Kontinent werden inzwischen vielfältige digitale Staats- und Verwaltungsdienste angeboten.

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Das beweist der neueste Report des Center for Digital Government, der den USA im abgelaufenen Jahr substantielle Fortschritte attestiert. Allerdings werden die Erfolge rund um die Bereiche Polizei und Justiz, Sozialstaat, eCommerce-Regulierung und Steuern, digitale Demokratie sowie Bildung durch einen kleinen Schönheitsfehler getrübt: die Digital Divide. Die Schere zwischen Arm und Reich bei der Nutzung von Informationstechnologie veranlasste kürzlich eine Herabstufung der USA im Information Society Index (ISI) vom zweiten auf den vierten Platz.

Der Information Society Index bewertet Länder nach ihrer Fähigkeit neue Informationstechnologien zu integrieren und allgemein zugänglich zu machen. Dabei werden vier kritische Infrastrukturfaktoren unter die Lupe genommen: Verbreitung von Computern, Informationen, Internet und deren Verteilung in der Gesellschaft. IDC geht davon aus, dass gerade die geringen Fortschritte in der Überbrückung der Digital Divide den Hauptgrund für die Herabstufung der Vereinigten Staaten darstellt. Platz eins in der Wertung belegt hier übrigens Schweden.

Im Unterschied zu diesen Feststellungen erzielen die USA offenbar maßgebliche Fortschritte beim eGovernment. Während die letztjährige Vorgängerstudie nur 15 amerikanischen Bundesstaaten in punkto Online-Sozialstaat 50 Punkte (von zu erreichenden 100 Punkten) oder mehr einräumte, erreichen heute immerhin 41 US-Staaten diese Werte. „Die Ergebnisse zeigen ganz eindeutig, dass Informationstechnologie in der Verwaltung nicht mehr als Ausgabenpositionen sondern als Investition wahrgenommen werden,“ analysiert Cathilea Robinett, Direktorin des Centre for Digital Government: „Hauptverantwortliche aus Verwaltung und Politik erkennen jetzt gemeinsam mit Spitzenvertretern der IT-Wirtschaft, dass digitalen Systemen höchste Priorität zukommt.“

Dabei stellen gerade Infrastruktur und politische Rahmenbedingungen Schlüsselfaktoren für die Überwindung der Digital Divide dar, wie sie sich laut Media Metrix langsam in den Vereinigten Staaten abzeichnet. Dort verdoppelte sich die Nutzerzahl in den einkommensschwachen Haushalten (weniger als 25.20000 US$ im Jahr) zwischen im letzten Jahr. Sie stellen ein Drittel der Bevölkerung und mittlerweile 9,7 Prozent aller US-Internetnutzer. Das geringste relative Wachstum verzeichneten im Vergleichszeitraum die Besserverdiener (mehr als 75.20000 US$ im Jahr), bei denen die Sättigungsgrenze langsam erreicht wird.

Über Anregungen und Kritik freut sich Tobias Arndt

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