Totgesagte leben länger: Online Werbung wächst weiter 13.06.2001 | Artikel drucken
Ist das Ende der Depression erreicht? Langzeitprognosen zumindest zeichnen wieder ein positives Bild für die Online Werbe- und Medienbranche.
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So sieht PricewaterhouseCoopers den Onlinebereich in einer aktuellen Untersuchung an der Spitze des Wachstums in den Medien. Eine andere Studie von Jupiter mahnt klügere Online-Branding-Strategien für die Automobilindustrie an. Ganz nebenbei meldet ein neuer Online-Kanal erhebliches Wachstumspotential an: Streaming Media.
Die Ausgaben für Internet-Werbung und -Zugang sind und bleiben der am schnellsten wachsende Teilmarkt der Medien- und Unterhaltungsindustrie. Während die gesamte Branche in den Jahren bis 2005 laut Report jährlich um 7,1 Prozent wächst, legt der Online-Bereich je nach Region die doppelte bis dreifache Geschwindigkeit vor. In US$ bedeutet das ein Wachstum von 40 Milliardenin diesem Jahr auf 90 Milliarden US$ im Jahre 2005. In den USA werden es 14 Prozent jährlich, in Europa, dem mittleren Osten und Afrika 17,4 Prozent sowie im Raum Asien/Pazifik 26,3 Prozent sein. Das stärkste Wachstum verzeichnet PricewaterhouseCoopers in Lateinamerika mit 40 Prozent.
Die Trends in Online-Werbung und -Marketing sind eindeutig. Erfolgreiches Marketing erfordert eine auf jede Branche und jedes Produkt angepasste Strategie. Reine Massenberieselung mit Bannern funktioniert nicht. So schlägt Jupiter beispielsweise für den Online Automobilmarkt einen stärkeren Einbezug von Offline-Händlern vor. Autokäufer informieren sich online und kaufen offline. Genau auf dieses Konsumentenverhalten muss das Kalkül von Autoherstellern umgestellt werden. Bisher stecken sie vergebliche Werbemillionen in den Online-Autoverkauf.
Und zu guter Letzt: Die nächste Welle der Onlinewerbeformen rollt gerade mit Streaming Media auf den Markt los. So wird derzeit Werbung nur in etwa 10 Prozent aller Streams untergebracht, fand eine aktuelle Studie von DFC Intelligence heraus. Das macht zwar gegenwärtig gerade einmal einen Jahresumsatz von 138 Millionen US$ aus, aber auch andere haben klein angefangen. „Werbung im Kabel-TV machte 1980 Umsätze von 50 Millionen US$,“ kommentiert Paul Palumbo von DFC, „heute ist der Bereich mehr als 13 Milliarden wert.“ Zu dem weiteren steilen Wachstum des Marktes für Streaming Media kommen noch besonders interessante Möglichkeiten für Cross-Plattform-Werbung und Marketing. Die nächste Welle rollt, da fragt man sich: Wann kommt die übernächste?
Über Anregungen und Kritik freut sich Tobias Arndt