Knowledge Management: Aus der Not eine Tugend 01.08.2001 | Artikel drucken
Wissen und Daten zählen in der Informationsgesellschaft zu den wichtigsten Vermögenswerten von Unternehmen. Knowledge Management, das effiziente Instrumentarium zur Verteilung von Wissen, wird in den meisten Organisationen allerdings sträflich vernachlässigt.
Anzeige
Schätzungen gehen davon aus, dass 75 Prozent des Wissens eines Unternehmens ausschließlich in den Köpfen ihrer Mitarbeiter gespeichert ist. Dieser wertvolle Vermögensgegenstand geht jeden Tag mit dem Arbeitnehmer nach Hause und verlässt des Unternehmen für immer beim Ausscheiden des Mitarbeiters. 15 Milliarden US-Dollar sollen Firmen daher weltweit für den Einkauf von Informationen ausgeben, die in Wirklichkeit bereits irgendwo vor sich hin schlummern. Der Markt für Knowledge Management Dienste und Lösungen wird daher laut IDC bis 2003 auf 8 Milliarden US-Dollar wachsen.
Dabei hinkt Europa, so die Ergebnisse einer weiteren Studie von IDC, in puncto Knowledge Management weit hinterher. Nur 64 Prozent der Unternehmen verfügen mit einem Intranet über ein technisches Instrumentarium für den internen Wissenstransfer. Lediglich 33 Prozent sind über ein Extranet in der Lage, verteilte Mitarbeiter oder auch Dritte in die informativen Wertschöpfungsprozesse einzubinden. Schlusslicht der Entwicklung sind wie so häufig die südeuropäischen Länder. Aber auch IT-Vorreiter Großbritannien befindet sich mit 55 Prozent Unternehmen mit Intranet sowie 26 Prozent Unternehmen mit Extranet nur im unteren Mittelfeld. Spitzenreiter ist wie bei vielen Internetthemen Schweden, wo 78 Prozent der Unternehmen über ein Intranet und 54 Prozent der Unternehmen über ein Extranet verfügen.
Es geht allerdings auch einfacher. Lösungen müssen nicht immer in der komplizierten und teuren Implementation eines Intranet oder Extranet bestehen. Das zeigt das Beispiel von EbrainExchange: Eine ASP-Lösung für das unternehmensinterne Knowledge Management. Das System besteht u.a. aus einer Person-to-Person Wissensbörse für ein einzelnes Unternehmen. Im nächsten Schritt werden die Stärken einer ASP Lösung über Kostenvorteile hinaus deutlich. Das Unternehmen kann sich auf Wissens Exchanges einbringen und damit Transparenz über Wissensbestände aus einem viel größeren Pool an Teilnehmern als nur den eigenen Mitarbeitern nutzen. So betreibt EBX für Web-Businesses, vertikale Communities und Online-Marktplätze, private label Wissens Exchanges, die sowohl den Wissenstransfer nach innen als auch nach außen unterstützten. Die private label Exchanges verbinden Einkäufer und Anbieter von Know How in einem dynamischen freien Markt. Das gibt Web-Businesses und vertikalen Communities zusätzlich ein Instrumentarium an die Hand, Verbindungen zwischen ihren Mitgliedern mit Mehrwert für alle Seiten zu Geld zu machen. So wird aus einer vernachlässigten Notwendigkeit ein Geschäftsmodell.
Über Anregungen und Kritik freut sich Tobias Arndt