Eine gewisse eBusiness-Trägheit hat sich breitgemacht. Ganz nach dem Motto: Wenn das Venture Capital verbrannt ist, wird die unliebsame Konkurrenz wieder verschwunden sein. Aber so einfach wird man die Konkurenz aus dem Internet nicht los.
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Dotcom-Crash und Börsenpleiten hin oder her: Immer mehr Internet-Unternehmen schreiben schwarze Zahlen. So dürften die neuerlichen Erfolgsmeldungen von eBay, Priceline, Expedia, Travelocity oder Ameritrade in Zukunft keine Einzelfälle bleiben. Schließlich mussten in Folge der nicht mehr unbegrenzt fließenden VC-Ströme viele Dotcoms auf Gedeih und Verderb die Gewinnschwelle erreichen. Der verordnete Sparkurs scheint nun die ersten Früchte zu tragen. Vor allem in Dienstleistungsbereichen, in denen kein physikalischer Warenversand erfolgt, konnte man schnell die Gewinnschwelle erreichen. So wurden im vergangenen Jahr laut Forrester Research allein für Flugtickets, Hotelzimmer und Mietautos im Internet etwa 13,2 Milliarden US$ ausgegeben.
Ein weiteres Zeichen für eine baldige Erholung der New Economy liefert die seit mehreren Monaten rückläufige Anzahl der Pleiten. So verzeichnete der Online-Dienst Webmergers.com im Juli nur noch 32 Firmenaufgaben nach 58 Insolvenzen im Juni und 60 im Mai. Nachdem „Spitzenwerte“ während der Überlappung einer B2C-Pleitewelle mit einer zweiten B2B-Misere zustande kamen, sind nach Sicht der Marktforscher nun durchaus Anzeichen für eine Markterholung gegeben.
Dies verdeutlicht auch eine aktuelle Untersuchung aus Deutschland: Der European Business School in Oestrich-Winkel zufolge sind auch hierzulande lediglich 52 (7,7 Prozent) der 676 untersuchten, mit Risikokapital finanzierten deutschen Unternehmen der New Economy in der Vergangenheit gescheitert. Nur galt schon früher: „Only Bad News are Good News“ und spektakuläre Pleiten erregen nun einmal wesentlich mehr Medienaufmerksamkeit als gut laufende Geschäfte.
Mittlerweile sind einige der anfänglichen Visionen der New Economy in wirtschaftlich fundierte Konzepte umgesetzt worden. Die „natürliche Auslese“ der nicht tragfähigen Geschäftsmodelle neigt sich dem Ende zu. Spätestens jetzt sollten eBusiness-Muffel in der Old Economy aufhorchen. Noch ist genügend Zeit, um kostengünstig in Know-how und Marktanteile zu investieren. Irgendwann zwischen Ende 2001 und Mitte 2002 wird sie von den meisten Analysten dann erwartet: Die 2. eBusiness-Welle.
Autor: Matthias Robben
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