Lang, lang ist's her, dass interaktive Multimedia Kioske eine neue Erlebniswelt per Selbstbedienung für Einkaufsbummler und Informationssuchende eröffnen sollten. Mittlerweile wirken POS-Terminals in vielen Ladengeschäften bestenfalls wie Museumsstücke. Aber das muss nicht so bleiben.
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Insbesondere große Händler, die schon ihre Supply Chains optimiert und Online-Shops etabliert haben, denken darüber nach, ob und wie sie die in die Jahre gekommenen Terminals wieder beleben können. So gehen zum Beispiel die Experten der Meta Group davon aus, dass ein Technologie-Push in diesem Bereich zu erwarten ist: Das Zauberwort „Multichannel“ des B2C-Commerce bringe die Händler auf Trab. In den Gesprächen mit Klienten häuften sich Anfragen nach neuen POS-Systemen, die mit mehr Features für gesteigerte Flexibilität und einfachere Nutzungsmöglichkeiten sorgen sollen. Dabei geht es, wie gegenwärtig „immer öfter“, um die Steigerung der Kundenzufriedenheit, die Senkung der operativen Kosten und damit natürlich um die bessere Integration von Web und stationärem Geschäft.
Die neuen Terminals bieten für Kunden, aber auch Mitarbeiter verbesserte Optionen, die zum größten Teil auf der weitgehenden Internetadaption durch die Hersteller der Systeme aufsetzen. Ob bei der Gestaltung der Oberfläche, der direkten Verlinkung mit der entsprechenden Website oder auch dem interaktiven Training – der Einfluss des Webs ist unverkennbar. Touch-Screens mit Webbrowser-Look sollen den jüngeren Nutzern die Bedienung vertraut machen und die direkte Verbindung mit dem Online-Angebot das Verkaufspersonal entlasten: Warum lange einen Verkäufer suchen, wenn die Infos per Knopfdruck zur Verfügung stehen?
Wenn die Selbstbedienung groß geschrieben wird, lassen sich vorhandene Ressourcen bei den Mitarbeitern besser nutzen, so die Versprechen der Hersteller. In Zeiten geringeren Besucherandrangs könnte zum Beispiel mit Unterstützung durch mobile Endgeräte die Inventur quasi nebenbei erledigt werden. Oder die Verkäufer nehmen dann an interaktiven Trainings teil, die letztendlich in eine bessere Beratung der Kunden münden sollen.
Wie die Verbindung von Online-Shop und stationärem Handel unter Einbeziehung der Kassierer reibungslos funktionieren kann, demonstrierte jetzt NCR mit dem ‚Web Data Transfer Agent’ (WDTA). Im Internet kaufen, im Laden bezahlen, unter diesem Motto soll hier denjenigen, die Bargeld bevorzugen, eine Alternative angeboten werden. Ist der WDTA installiert, könnten die Kassierer in jeder beliebigen Niederlassung problemlos den Online-Shop des Händlers erreichen und, nachdem sie dort das gewünschte Produkt in den virtuellen Einkaufswagen gelegt haben, die gesamte Transaktion in das POS-Terminal importieren. Welches Zahlungsmittel der Kunde dann wählt, bleibt ihm freigestellt. Aber auch andersherum soll die Sache Sinn machen, so Dave Ashcraft von NCR. „Wenn ein vom Kunden gewünschtes Produkt nicht vorrätig ist, kann der Verkäufer über das Terminal die Bestellung im Web und die Auslieferung direkt zum Kunden veranlassen.“
Mit museumsreifen POS-Terminals wird sich ohne Zweifel in Zukunft kein Staat mehr machen lassen. Die Experten von der Meta Group warnen davor, die bereits im Einsatz befindlichen Systeme zu nutzen, bis sie endgültig zusammenbrechen. Um im Wettbewerb mithalten zu können, gilt auch hier: Dem Kunden den Einkauf so bequem wie möglich zu machen, ist der wichtigste Erfolgsfaktor im Handel.