Kurzmitteilungen werden nicht nur von Jugendlichen gern versendet. Auch die Werbebranche hat das Medium längst entdeckt. In einen schlechten Ruf geraten SMS allerdings gegenwärtig durch Geschäftemacher, die mit teuren Rückrufnummern abkassieren.
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Über die Inhalte dubioser Werbe-Inhalte kann sich jeder selbst in der Hall of Shame informieren. Besonders schöne Exemplare prosaisch-kommerzieller Werbekunst sind hier publiziert, zum Beispiel:
"Hallo Peter, ich habe schon versucht dich zu erreichen. Leider ohne Erfolg. Bin unter 0190851063 zu erreichen. Viele Grüsse"
"GRATULIERE! Sie haben gewonnen! Wir informieren Sie unter Tel. 0190 849 613. Bitte halten Sie Ihren persönlichen Gewinnanforderungscode 3695 bereit!"
Ärgerlich wird es für den Handynutzer erst dann, wenn er auf diese Angebote reagiert. Die monatliche Mobilfunkrechnung enthüllt, dass ein Anruf bei zwielichtigen Anbietern schon mal bis zu 2.50 € pro Minute kosten kann. Noch undurchsichtiger wird der Rückruf in Zusammenhang mit den neuen weltweiten Telefonnummern (Universal Premium Rate Numbers: Vorwahl: “00979“), die durch die Telefonorganisation ITU in Genf freigeschaltet werden. Nutzt ein Anrufer das "verlockende Angebot" eines Telefonsex-Providers, der unter einer weltweiten Servicenummer erreichbar ist, kann es sein, dass der Anrufer mit einem stöhnenden Tonband am anderen Ende der Welt verbunden wird.
Kein Wunder also, dass Nutzer den Empfang von unverlangten Werbe-SMS als lästig empfinden. Der erfolgversprechende Einsatz dieses noch recht neuen Mediums muss vielerorts noch gelernt werden. Eine Einsicht, die für den eCommerce bereits zu den Basics gehört, kann allerdings einfach übertragen werden: Auf die Inhalte kommt es an. Erst die intelligente Verbindung von gutem Content mit einer knappen Werbebotschaft mache die Kurzmitteilung attraktiv, so die Ergebnisse einer Studie von Beamgate. Laut Tobias Metzger, COO der Beamgate AG, genießen SMS mit der richtigen Mischung überraschend hohe Akzeptanz und weisen eine sehr hohe Werbewirkung auf: “Durchschnittlich sieben Prozent der Befragten geben an, nach Lesen der SMS-Werbebotschaft das Produkt tatsächlich gekauft zu haben.“
Insgesamt wurden im Auftrag von Beamgate rund 500 Telefon-Interviews mit vier unterschiedlichen Nutzergruppen von SMS-Services durchgeführt. Dabei erinnerten sich 71 Prozent der Befragten, dass sie mobil beworben wurden und bei 80 Prozent dieser "Werbeerinnerer" ist auch die beworbene Marke noch bekannt. Die Akzeptanz der Werbeform sei besonders in Kombination mit nutzerorientierten Services „extrem“ hoch: Laut Studie empfinden über 88 Prozent diese Form der Werbung nicht als störend.
De facto kann SMS-Werbung, insbesondere vor dem Hintergrund wirtschaftlich schwacher Zeiten mit sinkenden Werbetats, effizient und preisgünstig Werbebotschaften übermitteln. Aber auch in Zukunft sollten sich seriöse Anbieter, in dem momentan von eher schwarzen Schafen abgegrasten Schmuddel-SMS-Markt, mit gutem Content deutlich differenzieren.
Über Anregungen und Kritik freut sich Elke Glatzer