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Web Services - Was denn nun?
24.04.2002 | Artikel drucken | Artikel empfehlen

Das Phänomen ist auch im eBusiness nur allzu bekannt: Erst sind alle ganz begeistert von der Idee, aber plötzlich hat niemand mehr Interesse daran. Ist es mit Web Services jetzt schon soweit?

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Zumindest bei Microsoft macht man sich da offensichtlich so seine Gedanken, wenn die Berichte über Charles Fitzgerald, immerhin General Manager von Microsofts .NET Plattform, zutreffen. Laut einem Artikel des ComputerWire soll es nämlich die größte Angst von Microsoft sein, dass die Kunden möglicherweise von Web Services „die Nase voll haben“, ehe sie überhaupt wirklich angewendet werden. Der allgemeine Hype sorge für unberechtigt steigende Erwartungen.

Und es sind nicht nur die Medien, die für eine zunehmend kritische Stimmung zum Thema Web Services sorgen. Microsoft selbst stellt das „Hailstrom“ bzw. „My Services“ Projekt still und leise wieder ein, da kein Partner für den zentral gewarteten Datenspeicher gefunden wurde, der von Microsoft oft als „Herzstück“ der .Net-Strategie angekündigt wurde. Und schließlich sind Warnungen auch beliebte Äußerungsformen von Marktforschern und Analysten. So prognostiziert zum Beispiel die Gartner Group dass die Illusionen über den Webservice-Markt spätestens 2004 einer realistischen Einschätzung weichen müssen, wenn es darum geht, den tatsächlich erzielbaren Wert zu belegen. Ob die von IDC für das Jahr 2004 erwarteten Umsätze rund um Web Services von 1,6 Mrd. US$ tatsächlich erwirtschaftet werden können, ist noch nicht ausgemacht. Auch das explosionsartige Wachstum auf 34 Mrd. US$ bis 2007 ist eben nur eine Prognose.

Einig sind sich alle Beteiligten allerdings darin, dass das Potential potentiell existiert. Nun müsse nur noch die Technologie reifen, die Anbieter müssten tragfähige Geschäftsmodelle entwickeln und die Nutzer herausfinden, welche Anwendungen sie überhaupt brauchen. Dementsprechend sieht auch eine aktuelle Untersuchung von Berlecon Research Chancen für Web Services vor allem in ihrer Funktion als Integrationssoftware, die zwei oder mehr bislang allein stehende eBusiness-Anwendungen oder –Datenbestände zur Abbildung von Geschäftsprozessen unternehmensintern oder – extern verbindet. Dr. Thorsten Wichmann, Geschäftsführer von Berlecon Research beschreibt die Anforderungen an Lösungsanbieter: "Mit Web Services wird die Integration nicht neu erfunden, aber die technische Seite wird entschieden einfacher und rückt damit in den Hintergrund. Gefragt sind jetzt Kenntnisse in der Modellierung und dem Management von Geschäftsprozessen. Damit eröffnen sich für Technologieanbieter mit Geschäftsprozesshintergrund, wie z.B. Softwareanbieter für den B2B-Commerce, interessante Chancen den klassischen EAI-Anbietern Marktanteile streitig zu machen."

Die Anwender dagegen werden allseits gemahnt, nicht zu früh oder zu tief ins kalte Wasser zu springen. So auch von Dana Gardner, Research Director bei der Aberdeen Group: „Ich denke nicht, dass es prinzipiell zu früh ist. Aber es ist wichtig, daran zu denken, dass diese Standards frisch und noch nicht ausgereift sind; ebenso wird es Ergänzungen geben müssen. Web Services sind Anwendungen, die zunächst innerhalb des Unternehmens, abgesichert durch die Firewall in Pilotprogrammen getestet werden sollten.“

So bleibt es zum gegenwärtigen Zeitpunkt bei nur einer bereits jetzt enttäuschten Hoffnung, die an Web Services geknüpft war: Mit .NET wird Microsoft die Machtverhältnisse im eBusiness-Markt nicht zu seinen Gunsten verändern können. Andrew Bartels, Analyst bei der Giga Information Group bringt es auf einen simplen Punkt: „.NET ist nicht der Durchbruch.“ Aber daran haben auch nicht wirklich alle geglaubt.

Über Anregungen und Kritik freut sich Monika Gatzke

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