Von der Öffentlichkeit beinahe unbemerkt, erklimmen die B2B-Umsätze im eBusiness immer neue Rekordhöhen. Der allgemeine Wirtschaftsabschwung wirkt dabei eher noch wie ein zusätzlicher Motor, denn die möglichen Einsparpotentiale beflügeln die Bereitschaft der Unternehmen hier zu investieren. Wer profitiert von dieser Entwicklung?
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In fast allen Brachen zahlen sich inzwischen die in den vergangenen Jahren getätigten Investitionen in B2B-Infrastrukturen aus. So hat das Marktforschungsunternehmen Forrester Research in einer neuen Studie mit dem Titel "The Future Of Europe's Online B2B Trade" führende Unternehmen in 13 Branchen und 15 europäischen Ländern analysiert und auf dieser Grundlage eine Prognose zur Entwicklung des Onlinehandels in Europa nach Branchen und Ländern erstellt. Das Ergebnis ist dabei mehr als erfreulich: Der B2B Onlinehandel, der im Jahr 2001 rund 78 Mrd. Euro betrug, soll auf 2,2 Billionen Euro im Jahr 2006 ansteigen und einen Anteil von 22% am gesamten Handelsumsatz in Europa erreichen.
Insbesondere in den Branchen Elektrogeräte, Chemikalien und Logistik erwarten die Marktforscher bereits im kommenden Jahr ein beachtliches Wachstum, so dass z.B. Ende 2003 bereits 11,7% des B2B-Handels in der Elektrogerätebranche über das Internet abgewickelt werden. Laut David Metcalfe, Analyst bei Forrester Research, wird sich der Umsatz des gesamten B2B-Onlinehandels in Europa von 465 Mrd. Euro in 2003 auf 946 Mrd. Euro in 2004 verdoppeln.
Dabei ist auf dem Markt der B2B-Portale und -Marktplätze bereits seit einiger Zeit eine starke Konzentrationserscheinung zu erkennen. Kleine Marktplätze, die nicht die nötige „Größe“ erreichen konnten, werden entweder eingestellt oder von ihren ehemaligen Konkurrenten geschluckt. So gehen die Analysten von Roland Berger Strategy Consultans davon aus, dass im Jahr 2005 nur noch jeder zwanzigste B2B-Marktplatz existieren wird. Demnach werden sich Marktplatzkunden künftig für einen einzigen Marktplatzbetreiber entscheiden. Und vertikale Marktplätze sollen sich gegenüber den unspezialisierten horizontalen Marktplätzen durchsetzen.
Das beste Beispiel für eine marktbeherrschende Stellung ist die „Mutter aller eBusiness-Plattformen“ Covisint: In der Automobilindustrie führt bereits heute so gut wie kein (elektronischer) Weg mehr an der Mega-Plattform vorbei. Allein im ersten Quartal 2002 betrug der in den über 2000 Online-Auktionen gehandelte Warenwert mehr als 60 Milliarden US$. So ist es auch wenig verwunderlich, dass Covisint auch in wirtschaftlich schwachen Zeiten eine Zweigstelle in Deutschland eröffnen kann. Schließlich ist der „Zulauf“ ungebrochen. Erst kürzlich wurde bekannt gegeben, dass FastBuyer, die eProcurement-Lösung der Fiattochter „Business Solutions“, weitgehend in Covisint integriert werden soll.
Aus dem Gesagten lässt sich also zusammenfassen: Wie so oft, geben auch beim B2B die „Großen“ das Tempo vor. Zulieferunternehmen werden den Vorstößen ihrer wertvollen Kunden wohl oder übel folgen müssen. Dabei dürfte es aber letztlich für beide Seiten von Vorteil sein, wenn die sprichwörtliche „Musik“ auf nur ein oder zwei Plattformen spielt und dadurch auch die notwendigen Investitionen in einem überschaubaren Rahmen bleiben.
Autor: Matthias Robben
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