Nichts bewegt die Phantasie potentieller eTailer so sehr, wie die milliardenschweren Umsatzprognosen der alljährlich wiederkehrenden Weihnachtssaison. Denn spätestens wenn die Lichterketten verstärkt das Straßenbild dominieren, wird auch der eCommerce wieder salonfähig und motiviert zum Mitmachen.
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Kein Wunder also, dass selbst gestandene Online-Veteranen wie Amazon neue Projekte bevorzugt in der Adventszeit ans Netz bringen, wie beispielsweise in diesem Jahr in den USA mit der Einführung einer eigenen Bekleidungssparte geschehen. Allein hierzulande gehen die Analysten von Forrester sowie vom Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) von einer weihnachtlichen Bescherung für den Online-Handel in Höhe von rund 2 Milliarden Euro aus. Und wenngleich das Bild des eCommerce insgesamt im Laufe der letzten beiden Jahre etwas gelitten haben mag: Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft werden die relativierten Erwartungshaltungen vielerorts einfach über Bord geworfen und man öffnet sich erwartungsvoll den Verheißungen eines zusätzlichen Absatzkanals.
Wirft man einen Blick auf den Shop-Katalog MaxiShop.de, so finden sich dort gegenwärtig nahezu täglich Verweise auf neue Online-Shops, angefangen vom schrillen Modeshop Caligula bis hin zum Wuppertaler Schreinermeister Marco Dietz. Insgesamt tummeln sich mittlerweile nahezu 1.900 Online-Angebote auf dieser Site und beweisen eindeutig, dass eCommerce – trotz aller nachhaltigen Konsolidierungsfolgen – ein von vielen ernst genommenes Thema bleibt.
Besonders schnellen Online-Umsatz für Einsteiger verspricht die Zanox AG: Passend zum festlichen Anlass bieten die Berliner Kooperations-Manager den Besitzern von Websites (im Zweifelsfalle genügt wohl auch eine eMail-Adresse) die Möglichkeit, einen bereits fertigen Online-Shop (Weihnachtsmarkt) auf der eigenen Site einzubinden. Tatsächlich handelt es sich dabei um ein Affiliate-Programm, das interessierte Website-Besucher auf die entsprechenden Anbieterseiten weiterleitet und im Falle sich anschließender Käufe Provisionen in Höhe von bis zu 25% verspricht.
Verfügt man indes bereits über ein eigenes Sortiment bzw. möchte dem schon bestehenden Stationärgeschäft einen weiteren Absatzkanal hinzufügen, so führt in aller Regel kein Weg am eigenen Online-Shop vorbei. Und hieraus wiederum ergibt sich die Notwendigkeit, auf eine entsprechende Software-Lösung zurückzugreifen. Die E-Commerce Times hat sich vor zwei Tagen in einem ‚Special-Report’ diesem Thema gewidmet und verschiedene Experten zum ‚Für & Wider’ beim Aufbau einer eigenen eCommerce-Site befragt. Der Tenor: In mancherlei Hinsicht war es nie einfacher, ein eigenes Shopangebot aufzubauen, weil die Technik inzwischen ausgereift ist und die Preise für die Produkte deutlich gefallen sind. So geht Andrew Bartels von der Giga Information Group davon aus, dass Kleinunternehmer bereits für 50-100 US$ monatlich eigene Shopangebote betreiben können, während für umfangreichere Kataloge und mehr Publikumsverkehr Anschaffungskosten von 20.000-40.000 US$ sowie jährliche ‚Pflegekosten’ in Höhe von 10.000-15.000 US$ fällig werden. Oberhalb dieses mittleren Levels in einer Größenordnung von mehreren tausend Bestellungen täglich sowie umfangreichen und personalisierten Katalogen, müssten dann bereits mindestens 250.000 US$ für eine entsprechende Lösung einkalkuliert werden.
Die wahren Unterscheidungsmerkmale und Erfolgsgaranten von Shoplösungen befinden sich dabei außerhalb der Sichtweite des Kunden: „Heute ist es weniger ein Problem, eine beeindruckende Website zu kreieren, als vielmehr Bestellungen reibungslos abzuwickeln“, betont Yankee Group Analyst Kosin Huang. Die Integration bestehender Geschäftsprozesse gilt den Experten schlichtweg als Schlüsselfaktor für das ‚make or break’ eines eCommerce-Angebots. Gewachsene Kundenansprüche hinsichtlich der Aspekte Fulfillment und Support ergänzen den inzwischen umfangreicher gewordenen Anforderungskatalog.
Doch trotz der wachsenden Sorge der eTailer bezüglich ihres Inventars, der Verfügbarkeit, des ERP sowie anderer Faktoren, gilt es für Whit Andrews, Analyst bei Gartner, festzuhalten, dass die Erstellung einer eCommerce-Site inzwischen nicht nur bezüglich der Kosten sondern auch hinsichtlich des notwendigen Aufwands an Personal und Zeit deutlich günstiger geworden sei. Und das sowohl für große wie für kleine Unternehmen.
Der Report kommt zusammenfassend zu dem Ergebnis, dass die Weiterentwicklung der Shopsoftware vor allem die Einstiegsbarrieren für neue Marktteilnehmer deutlich heruntergeschraubt hat, es hinsichtlich der wachsenden Anforderungen an eShops heute für ambitionierte eTailer jedoch zunehmend schwieriger wird, sich von einem kleinen Online-Shop zu einem respektierten und konkurrenzfähigen Wettbewerber zu entwickeln. Doch wer bereit sei, sich ins Getümmel zu stürzen, habe noch immer seine Chance.
Auch ECIN hat sich vor einiger Zeit intensiver mit aktuellen Shoplösungen beschäftigt. Unser Augenmerk richtete sich dabei insbesondere auf die so genannten Out-of-the-Box-Lösungen, die einen schnellen und unkomplizierten Einstieg in den eCommerce versprechen. Die gewonnenen Erkenntnisse decken sich dabei durchaus mit den Ergebnissen der E-Commerce Times-Expertenrunde. Nie war es einfacher und kostengünstiger mit professionellen Lösungen in den eCommerce einzusteigen und das Leistungsvermögen vieler Standardlösungen ist inzwischen mehr als beachtlich. Berücksichtigt man die Integrationsfähigkeit der eigenen vorhandenen Daten sowie spätere Upgrade-Möglichkeiten, so kann man heute recht schnell und kostengünstig in den Internethandel einsteigen – wenn man es darauf anlegt, vielleicht sogar noch rechtzeitig vor Weihnachten… ;-)
Die ECIN-Studie „eShop Panel 2002: Out-of-the-Box: Shoplösungen nur für Einsteiger?” kann ab sofort als PDF-Dokument unter http://www.ecin.de/studien bestellt werden.
Autor: Ralf Koyro
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