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Online-Gambling: Faites vos jeux!
27.11.2002 | Artikel drucken | Artikel empfehlen

Das Internet ist ein Paradies für Zocker. Rund 4 Milliarden US$ sollen allein in diesem Jahr im Internet spielend verjubelt werden. Europa gilt den Experten dabei noch als ein heißer Wachstumsmarkt. Doch es gibt auch tückische Klippen für das Geschäft.

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Hierzulande ist das Glücksspiel primär erst einmal Staatssache: Und so hat in Hamburg Ende Oktober das erste staatlich konzessionierte Online-Casino Deutschlands eröffnet. Zunächst können jedoch nur Internet-Nutzer, die sich nachweislich im Stadtgebiet Hamburgs aufhalten am Online-Roulette teilnehmen. An einer Erweitung für alle Bundesbürger wird aber schon gearbeitet. Für den Abschluss eines Spielvertrags ist ferner die Zusendung einer Kopie des Personalausweises sowie die Angabe eines Kreditkartenkontos erforderlich. Die Teilnahme ist dann - nach erfolgter Registrierung - mittels Passwort möglich. Die Spielbank Hamburg dürfte jedoch nicht mehr allzu lange mit ihrem Online-Angebot alleine bleiben, denn auch hessische Spielbanken könnten diesem Vorbild bald folgen. Der Wiesbadener Landtag verabschiedete jedenfalls in der vergangenen Woche eine entsprechende Gesetzesänderung, die die herkömmliche Spielbankerlaubnis um Spielangebote im Internet erweitert. Ganz offiziell will man in Hamburg laut Finanzsenator Wolfgang Peiner mit seinem Angebot vor allem den illegalen Glücksspiel-Betreibern im Internet entgegenwirken, die damit einen jährlichen Umsatz von rund 2 Milliarden US$ erzielen. Das staatliche Angebot sei eine wirkliche und wirksame Alternative um zu verhindern, dass die Bürgerinnen und Bürger durch die Nutzung dieser illegalen Angebote geschädigt werden. Als angenehmer Nebeneffekt locken natürlich nicht zu unterschätzende Steuermehreinnahmen.

Mit den illegalen Angeboten meinte der Finanzsenator sicherlich die von Bear Stearns auf 1.800 geschätzte Zahl der Internet Casinos, die fast alle ihren Geschäftssitz in der Karibik haben. Den Löwenanteil ihres Umsatzes (rund 60 %) machen diese Angebote jedoch mit Kunden aus den USA, wo das Online-Glücksspiel nahezu ausnahmslos verboten ist. Und von jenseits des großen Teichs weht den Anbietern dieser Casinos auch ein zunehmend rauerer Wind entgegen. So kündigte Yahoo im vergangenen Monat an, in den USA keine Werbebanner von Internet-Casinos mehr zu schalten. Darüber hinaus wird das Bezahlen des Einsatzes bei solchen Angeboten immer schwieriger, da z.B. die Citigroup ihre Kunden von der Bezahlung via Kreditkarte bei Online-Casinos abhält und auch das prosperierende Zahlungssystem PayPal alle „Gambling-Payments“ in den USA unterbinden will. Dabei bedurfte es einiger „höchstrichterlicher Überredungskünste“, denn PayPal erwirtschaftete bis zur Übernahme durch eBay immerhin rund 10 Prozent seines Umsatzes mit Zahlungstransaktionen auf Glücksspiel-Seiten. Und auch den Kreditkarteninstituten liegt weit weniger daran, ihre Kunden vor der Spielsucht zu schützen als vielmehr sich selbst vor Regressansprüchen und Rechtsstreitigkeiten. Demgegenüber stehen die Anbieter solcher Online-Services vor ganz anderen Problemen bei Kreditkartenzahlungen: Spielschulden könnten ja nachträglich einfach wieder storniert werden. Schließlich handelt es sich in der Regel um ein Mail-Order /Telefon-Order Geschäft ohne eigenhändige Unterschrift.

Nichtsdestotrotz gehen die Analysten von eMarketer davon aus, dass bereits im Jahr 2006 mehr als 14 Milliarden US$ mit Online-Gambling weltweit umgesetzt werden. Mehr als die Hälfte (53%) davon soll dann über europäische Internet-Glücksspiele generiert werden. Wer das Geschäft hierzulande dann allerdings tatsächlich machen wird, bleibt noch abzuwarten…

Autor: Matthias Robben

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