Während die UMTS-Angebote der großen Telcos immer wieder verschoben werden, verläuft die Entwicklung beim Thema wLAN deutlich schneller. Kein Wunder, die Vorteile der drahtlosen Übertragungstechnik liegen doch auf der Hand: Rasend schnelle Verbindungen sowie niedrige Investitionskosten bei der Errichtung der benötigten Hotspots. Dennoch lassen fehlende Roaming-Abkommen und hohe Zugangskosten manch wLAN-Willigen schier verzweifeln.
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Sucht man nach den Ursachen für die noch immer zurückhaltende Nutzung des Übertragungsstandards wLAN, richten sich die Schuldzuweisungen ausnahmsweise nicht in erster Linie an die Technik. Zunächst einmal - so sind sich die Marktforscher einig - mangelt es an netzübergreifenden Roaming-Abkommen und zudem sei die Preispolitik der meisten Hotspot-Betreiber alles andere als nutzerfreundlich. So hat der „Schnurlossurfer“ am Münchener Flughafen derzeit die Qual der Wahl zwischen vier Serviceprovidern (T-Mobile, Vodafone, Swisscom, Monzoon), die ihre wLAN-Dienste parallel zueinander zur Verfügung stellen. Doch die spontane Einwahl ins Internet wird sich mancher nach einem kurzen Blick auf die Preisliste noch einmal gründlicher überlegen: Stolze 9,95 Euro verlangt etwa Vodafone für zwei Stunden mobiles Internet und bewegt sich damit durchaus im Bereich des Üblichen. Und auch sonst unterscheiden sich die Preise am Flughafen nicht wesentlich von denen in der „normalen Welt“. Angesichts der vergleichsweise geringen Investitionskosten in den Aufbau der wLAN-Hotspots eine nur schwer nachvollziehbare Preispolitik.
Als nicht minder unkompliziert dürfte sich die Überzeugungsarbeit erweisen, mit der man Nutzern derzeit noch klar machen muss, dass sie für eine umfangreichere Nutzung von wLAN-Angeboten gleich eine Handvoll unterschiedlicher Dienste-Anbieter in Anspruch nehmen müssen, da Roaming-Abkommen eher die Ausnahme von der Regel darstellen. So können T-Mobile-Nutzer zwar ab sofort ihre angebrochenen wLAN-Zeitkontingente auch in Großbritannien oder den USA nutzen, doch muss sich der Kunde dafür schon in einem der weltweit 3.200 T-Mobile-Hotspots befinden, ein anderes Anbieter-Netz verlangt auch nach einer anderen Einwahl. Und d a s standort- und providerübergreifende System zur Vereinfachung der Authentifizierung sucht der Nutzer ebenfalls bislang noch vergebens. Jeder Provider hat sein eigenes Einwahlsystem. Da soll die Abrechnung natürlich nicht nachstehen und so hat der Kunde dann oft die Wahl – oder eben auch nicht - zwischen Prepaidkarten, der Handyrechnung, der Abrechung über den herkömmlichen Internetzugang oder auch der Extra-Abbuchung via Kreditkarte.
Abhilfe im Zugangs-Wirrwarr verspricht der eco-Verband: Von ihm wurde im Mai die Norm Greenspot für das wLAN-Roaming in öffentlichen Funknetzen erarbeitet. Damit soll erstmals die Abrechnung zwischen unterschiedlichen Hotspot-Betreibern und Service-Providern in einem öffentlichen Netz verbindlich geregelt werden. Das bedeutet für den Kunden, dass er in jeder Funkzone den Zugang zum mobilen Internet nutzen kann und die Kosten hierfür einheitlich auf der monatlichen Rechnung der Service-Provider-Gesellschaft seiner Wahl findet. Der Kunde muss also nur einmal einen Vertrag über wLAN-Roaming mit seinem Service Provider schließen und kann dann in jeder Funkzone, die dem Greenspot-Standard entspricht, ins Netz gehen. Wo diese Greenspots bereits zur Verfügung stehen, zeigt ein Greenspotfinder. Nach einer erfolgreichen Testphase soll das neue Greenspot-Funksystem im ersten Quartal 2004 in den bundesweiten Regelbetrieb gehen, nachdem man zunächst den Start bereits für diesen Herbst angekündigt hatte...