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Suchen Sie was?
28.01.2004 | Artikel drucken | Artikel empfehlen

Das Richtige zu finden, war schon immer schwierig. Mit dem Internet ist die Auswahl größer und damit das Suchen noch komplizierter geworden. Ein klarer Fall: Neue Chancen für gute Geschäfte.

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„Kaufen macht soviel Spaß“, grölte Herbert Grönemeyer das Wohlstandsmotto der achtziger Jahre (des vergangenen Jahrhunderts). Heutzutage scheint die ganze Sache anstrengender geworden zu sein. Denn es geht nicht mehr nur um das Einkaufen: Es muss auch billig sein. Und weil also die Schäppchenjagd geil ist, werden alle Register gezogen, bevor die endgültige Entscheidung fällt. So ist es nicht verwunderlich, dass mittlerweile ohne Internet gar nichts mehr geht. Vor dem Einkauf suchen 81 Prozent der Internetnutzer hier nach dem günstigsten Preis, 68 Prozent nach Produktinformationen oder Testberichten und 62 Prozent nach dem richtigen Händler, berichten die Marktforscher von Nielsen//Netratings.

Was für ein gewaltiger Markt sich so für die Vermittlung von Angebot und Nachfrage auftut, haben mittlerweile eine ganze Reihe von Akteuren erkannt. Ganz unverholen setzt Kelkoo als spezielle Shoppingsuchmaschine auf die neuen Chancen. Mit Erfolg, wenn man den jüngsten Meldungen glauben darf: „Sensationelle Umsätze“ in Höhe von 17 Millionen Euro konnten im vierten Quartal 2003 erzielt werden, so das Unternehmen. Dies bedeute eine Steigerung von 170 Prozent im Vergleich zum vierten Quartal in 2002, in dem ein Umsatz von 6,3 Millionen erreicht wurde. Und das ist wohl auch ein Grund dafür, dass die Marktforscher von Nielsen//Netratings in ihrem Artikel „How the Internet has Changed Our Lives“ Kelkoo zu den zehn Top-Internet-Adressen des gesamten Jahrzehnts zählt.

Mit noch größerem Interesse wird allerdings gegenwärtig das sich anbahnende Duell der wirklichen Giganten im Suchmaschinen-Sektor begleitet: Google, Yahoo und Microsoft scheinen sich in ein spannendes Gefecht um Marktanteile zu begeben. Dabei geht es um Kooperationen, Allianzen - und natürlich neue Services. Bei Google können Nutzer seit Anfang dieses Jahres nach Ortsvorwahlen, Patentnummern Produktcodes, Fluginformationen und Fahrzeugnummern oder Paket-Trackinginformationen in den USA suchen. Die Suchergebnisse werden auf Landkarten lokalisiert. Die Eingabe einer Fahrzeugnummer liefert Informationen zum Kfz inklusive Baujahr und Ausstattung. Und wer wissen möchte, wo sich sein bestelltes Paket gerade befindet, kann einfach die entsprechende Trackingnummer von UPS oder FedEx eingeben.

Die Konkurrenz bleibt nicht untätig: Yahoo hat aktuell eine eigene Forschungsabteilung gegründet und verfügt nach dem kürzlich erfolgten Kauf des Marktführers im Bereich der so genannten „Paid Listings“, Overture, über eine maßgebliche Einnahmequelle. Microsoft dagegen sorgt seit dem vergangenen Montag mit der MSN Toolbar für Aufmerksamkeit. Zunächst als Betatest unter toolbar.msn.com erhältlich, wird hier zwar nichts sensationell Neues geboten, aber gegenüber Google und Yahoo Flagge gezeigt. Als Teil der MSN-Suche will auch Microsoft schon einmal für die erforderliche Kundenbindung sorgen: Nach der Installation ist die MSN Toolbar im Browserfenster ständig verfügbar und sorgt für kontinuierliches Branding.

In den USA kursieren derweil die ersten Gerüchte über einen möglichen Gegenschlag. Der anerkannte Suchmaschinen-Experte Danny Sullivan hält es für möglich, dass Google in absehbarer Zeit einen eMail-Service anbietet, und so den letzten Schritt hin zu einem Full-Service-Portal tut. Das nötige Know-how sei ohne Zweifel vorhanden und schließlich habe man im vergangenen Jahr bereits einen Anbieter von eMail-Management-Software gekauft. Der Einstieg in den eMail-Markt würde darüber hinaus interessante neue Absatzmöglichkeiten für die von Google vermarkteten Kleinanzeigen bieten, die gegenwärtig passend zu den gewählten Keywords bei der Suchtrefferanzeige und auf ausgewählten Contentseiten angezeigt werden.

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Über Anregungen und Kritik freut sich Monika Gatzke

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