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UMTS: Im zweiten Anlauf zum Erfolg?
25.02.2004 | Artikel drucken | Artikel empfehlen

Nach Jahren gähnender Langeweile gerät der UMTS-Markt endlich in Bewegung: So startete zunächst Vodafone als erster Netzbetreiber hierzulande mit der breiten Vermarktung von UMTS-Datenkarten und schon sieht sich Wettbewerber T-Mobile in die Pflicht genommen. Ein eigenes Angebot sei längst keine Frage von Monaten mehr, sondern allenfalls von Wochen. Steht also der Marktdurchbruch unmittelbar bevor?

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Der Blick der Mobilfunkbranche richtet sich dieser Tage vor allem nach Cannes, wo der 3GSM World Congress stattfindet und mit einer Vielzahl von Neuerungen aufwartet. Neuerungen, die der in der Vergangenheit arg gebeutelten Telekommunikationsbranche zu neuen Wachstumsschüben verhelfen sollen. Vor allem von der mobilen Datenübertragung verspricht man sich dabei steigende Umsätze. So prognostizierte Nokia-Chef Jorma Ollila am Montag in der bekannten Filmfestspielmetropole, dass Datendienste bis 2007 rund 30 Prozent des Gesamtmarktes für mobile Dienste ausmachen sollen, was verglichen mit den gut 10 Prozent im vergangenen Jahr sicher ein beachtlicher Wert ist. Ollila weiter: „Wir gehen davon aus, dass unserer Branche in Bezug auf Neuankündigungen eines der ereignisreichsten Jahre überhaupt bevor steht". Und einige Neuerungen stellte er dann prompt auch selbst vor, so z.B. den Communicator 9500. Nach eigenen Angaben, das weltweit erst TribandHandy, das VoIP über wLAN erlaubt. Was jedoch neue UMTS-Handys angeht, so hält sich der finnische Marktführer noch verhalten zurück. Demgegenüber darf sich die US-amerikanische Konkurrenz von Motorola in punkto UMTS-Handys mit derzeit fünf unterschiedlichen Modellen wohl als Marktführer bezeichnen. In Cannes wurden dann auch gleich zwei neue Geräte – u.a. ein Handy mit Push-to-Talk-Funktion, die das Mobiltelefon in eine Art Walkie Talkie verwandelt – vorgestellt. Jedoch werden interessierte Kunden noch bis Mitte bzw. Ende des Jahres warten müssen, bis diese Geräte tatsächlich auch im Handel zu erwerben sind. Über den Verkaufspreis wird dabei gegenwärtig noch vornehm geschwiegen.

Dabei arbeiten zumindest die UMTS-Netze der beiden deutschen Mobilfunk Marktführer Vodafone und T-Mobile nach eigenen Angaben seit Jahresbeginn ohne größere Probleme. Insgesamt gibt es laut Rudi Lamprecht, Chef der Siemens-Mobilfunksparte ICM, weltweit 15 funktionsfähige UMTS-Netze. Weitere 29 Netze befänden sich im Aufbau und bis Jahresende prognostiziert Lamprecht ein Anwachsen der Kundenzahl auf fünf Millionen.

Indes verwundert es kaum, dass Vodafone nicht mehr länger auf die Bereitstellung der Endgeräte durch die Hersteller warten möchte und bereits mit der breiten Vermarktung einer UMTS-Datenkarte fürs Notebook begonnen hat. Schließlich steht das eigene UMTS-Netz derzeit längst in über 200 deutschen Städten zur Verfügung. Da ist es nur allzu verständlich, dass man nach milliardenschweren Investitionen in Lizenzen und den Netzaufbau nicht länger auf die Generierung möglicher Einnahmen warten möchte. Und die sollen durchaus beträchtlich sein, blickt man auf das aktuelle Gebührenmodell: So kommt der „UMTS-Spaß“ alles andere als billig daher! Allein für die notwendige Datenkarte werden bei Vertragsabschluss heute 359,- Euro fällig. Die eigentliche „Online-Zeit“ wird anschließend in unterschiedlichen Paketen verkauft und im wenig kundenfreundlichen 10-Minuten-Takt abgerechnet. Wo es noch kein UMTS-Netz gibt, schaltet die PC-Karte automatisch auf GPRS um.

Beim Wettbewerber T-Mobile plant man indes neben UMTS und GPRS auch noch wLAN ins visionäre Mobilfunkboot zu holen. Sehr viel weiter reichen die auf dem 3GSM World Congress bisher vage angedeuteten Strategievorstellungen dann allerdings auch nicht. Jedenfalls nicht in der öffentlichen Darstellung. Befragt nach Details schweigt sich der Mobilfunkanbieter bis dato vielsagend aus und verweist auf die bevorstehende CeBIT in Hannover. Dort ist man mit dem Thema UMTS vor Jahren bereits einmal recht ordentlich „gefloppt“. Aber vielleicht klappt es ja jetzt im zweiten Anlauf…

Über Anregungen und Kritik freut sich Matthias Robben

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