Ein Kürzel taucht in den letzten Tagen immer häufiger auf – und löst ein großes Rätselraten aus. Geht es um Rapid Supply Stopping? Oder Right Sending Software? Doch Spaß bei Seite, denn möglicherweise geht es in Wirklichkeit um eine neue Killerapplikation.
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Bewährt und beliebt als Tools, die bei der Suche nach neuen Nachrichten und brandheißen Infos aus dem Internet eingesetzt werden, sind Browser und eMail-Programme. Allerdings hat das Vergnügen, das in den Anfangsjahren den Umgang mit ihnen prägte, in den vergangenen Monaten immer mehr nachgelassen. Nicht nur der allseits beklagte eMail-Spam, auch lästige Pop-ups oder massivere Formen der vor- und nachgeschalteten Unterbrecher-Werbung stören - zum Teil massiv.
Und da kommt ein kleines, plattformunabhängiges, auf XML-basierendes Format vielen Leidtragenden gerade recht: RSS. Die Abkürzung steht für "Really Simple Syndication" oder auch "Rich Site Summary". Das Format wurde schon 1997 mit der Zielsetzung entwickelt, Web-Inhalte möglichst problemlos auszutauschen. Für wirklich nachhaltige Aufmerksamkeit haben allerdings erst die aktuellen RSS-Aktivitäten von Yahoo und Amazon gesorgt. Der eine stelle nun Nachrichten, der andere Bestseller-Listen verschiedener Kategorien zur Nutzung per RSS zur Verfügung. Experten gehen davon aus, dass dieser Einstieg für RSS den Durchbruch zu einem allgemein akzeptierten Format bedeuten könne.
Konkret ist die Rede von diesem kleinen, orangefarbenen Rechteck mit der XML-Kennzeichnung: , über das Sie vielleicht schon selbst auf den US-Websites dieser beiden großen Akteure oder auch zahlreicher kleinerer Portale und Sites gestolpert sind. Mittlerweile bieten nicht nur die New York Times oder die Washington Post sondern auch die ARD-Tageschau, Spiegel Online und viele andere die Schlagzeilen des Tages mit diesem „Button“ an. Alles was Sie brauchen, ist ein so genannter „RSS-Reader“, den Sie downloaden und installieren (Eine gute Übersicht bietet das RSS-Verzeichnis, Platz zum Diskutieren findet man beim RSS-Forum). Anschließend entscheiden Sie, was Sie lesen wollen und legen eine Art „Favoriten-Liste“ an. Im Ergebnis erhalten Sie eine übersichtliche Präsentation der Neuigkeiten aus dem Web – zu den Themen, die Sie interessieren und von den Anbietern, die Sie bevorzugen.
Drei wesentliche Vorteile werden mit RSS realisierbar. Erstens bleibt man beim Scannen der Schlagzeilen von Spam und Werbung verschont. Der ganze Text der Nachricht ist zwar in den meisten Fällen weiterhin nur auf der Website des entsprechenden Anbieters verfügbar, aber mit einem einfachen Klick direkt erreichbar. Ohne dass jeweils die Homepage oder der Newsletter gelesen werden muss. Zweitens bietet der RSS-Reader stets die neusten Nachrichten, die Aktualisierungsfrequenz lässt sich individuell einstellen. Und drittens können auch mehrere der so genannten „RSS-Feeds“ zusammengefasst werden und liefern dann einen umfassenden Überblick zu den unterschiedlichsten Themen.
So weit, so gut. Ob das Ganze wirklich zu einer Erfolgsgeschichte wird, steht heute natürlich noch nicht fest. Zwar will Microsoft - dem Vernehmen nach - in das nächste Betriebssystem entsprechende Tools integrieren, aber manch einer erinnert sich auch an die mit hohen Erwartungen gestarteten Push-Technologien wie PointCast. Diese waren allerdings 1997 auch mit so gravierenden Mängeln behaftet, dass dieser Misserfolg heute niemanden wirklich verwundert.
Dennoch: Eigentlich sollte man es nun ausprobieren. RSS-Reader sind nicht mehr nur ein Spielzeug für Computer-Freaks. Und auch wir bei ECIN werden in der nächsten Zeit sicher prüfen müssen, ob RSS für unsere Leser das nächste große Ding ist. Was meinen Sie?