Sowohl Mobilfunkunternehmen als auch Festnetz-Provider dürften die neuesten Entwicklungen des WiMAX-Standards mit gemischten Gefühlen verfolgen. Reichweiten von bis zu 50 Kilometern, Übertragungsgeschwindigkeiten, die GPRS um mehr als das tausendfache schlagen und Kosten für die Errichtung von Basisstationen, die aus der berühmten Portokasse bezahlt werden können.
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WiMAX steht für „Woldwide Interoperability for Microwave Access“ und wird derzeit unter dem IEEE Kürzel 802.16 bekannt. Der Standard wurde von Anfang an für Metropolitan Area Networks entwickelt und im Vorjahr vom WiMAX-Forum definiert, dem unter anderem Branchengrößen wie Nokia, Intel, Fujitsu oder Siemens Mobile angehören. Neben der großen Reichweite der Technik können auch die erreichbaren Übertragungsraten mehr als überzeugen. Mit bis zu 70 Mbit/s ist WiMAX 1.300 mal so schnell wie GPRS (53,6 Kbit/s) und rund 180 mal so schnell wie das jetzt z.B. von Vodafone angebotene UMTS mit 384 KBit/s. Aber selbst die schnellsten privaten ADSL-Festnetzanschlüsse mit 3 MBit/s werden noch um Längen geschlagen.
Besonders aktiv auf dem Gebiet scheint der Prozessorriese Intel zu sein, der nun zusammen mit dem französischen Hersteller von Telekommunikationsgeräten Alcatel eine Kooperation über die Entwicklung von WiMAX-Produkten geschlossen hat. Entsprechende Erzeugnisse sind für die zweite Jahreshälfte 2005 angekündigt und dazu dürften dann auch WiMAX Chips für Notebooks, PDAs und PCs zählen. Zuvor hatten bereits Intel und Siemens bei der Infrastruktur-Entwicklung eine Kooperation bekannt gegeben. Auch hier sollen in der zweiten Jahreshälfte 2005 die ersten WiMAX-Netze in Betrieb gehen. Demnach hätten die Telekommunikationsunternehmen noch rund eineinhalb Jahre Zeit, um sich mit ihren UMTS-Angeboten am Markt zu etablieren und auch die entlegensten Ecken der Republik mit High-Speed-Internet-Zugängen zu versorgen, bevor WiMAX die Marktreife erreicht hat.
So dürfte sich WiMAX laut Prognosen der Marktforscher von Maravedis in wenigen Jahren zum weltweit führenden Standard für den kabellosen Breitband-Zugang entwickeln. Maravedis beziffert den weltweiten Bedarf an Wireless-Lösungen als beträchtlich. Dies gelte insbesondere in Ländern, deren Telekommunikationsinfrastruktur heute noch nicht flächendeckend ausgebaut ist. Explizit werden Wachstumsmärkte in Asien, wie z.B. Indien und China, genannt.
Und was die notwendigen Infrastruktur-Investitionen betrifft, so kann WiMAX auch hier punkten. Im Vergleich zum wLAN werden zwar größere Sender benötigt, doch gehen Marktexperten von Kosten pro Basisstation von etwa 10.000 US$ aus, was angesichts einer Reichweite von 30 bis 50 Kilometern als verschwindet gering eingestuft werden kann. Schließlich können über eine einzige Basisstation hunderte von Haushalten mit schnellen Breitband-Internetanschlüssen versorgt werden.
Die Voraussetzungen für den Erfolg von WiMAX scheinen optimal zu sein, da die Technik sowohl als preiswert wie auch als flexibel einzuschätzen ist. Wenn nicht bis zur Marktreife in 1-2 Jahren die ganze Republik bereits mit wLAN-Hotspots gepflastert ist, dürfte sich WiMAX nicht nur in eher ländlicheren Gegenden zu einer echten Alternative zum bestehenden Internet-Zugang entwickeln.