Schnell und unkompliziert neue Kontakte knüpfen, das gehört ohne Zweifel zum American Way of Life – in Deutschland tut man sich damit bekanntermaßen schwerer. Und die Überzeugung, dass mit Networking im Internet womöglich viel Geld verdient werden kann, haben uns anscheinend die Venture Capitalists in den USA auch voraus.
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Etliche Millionen Menschen sind nach Einschätzung von Experten bereits in Online-Netzwerken aktiv. Sie pflegen per Internet Kontakte und finden neue Freunde – nicht nur in den auch hierzulande bekannten Singlebörsen. Immer häufiger geht es dabei vielmehr einfach darum, interessante Leute kennen zu lernen oder um den Aufbau geschäftlicher Beziehungen. Zu den Pionieren dieser neuen Art von Services gehört Friendster.com. Zwar halten sich die Gerüchte hartnäckig, dem Friendster Gründer Jonathan Abrams sei es einzig und allein darum gegangen, auf diesem Weg effektiver beim Dating zu werden, aber seine Idee hat das US-amerikanische Internet im vergangenen Jahr im Sturm erobert: Wie im wirklichen Leben kann man über Friendster seinen Bekanntenkreis erweitern, indem man Freunde von Freunden kennen lernt.
Shooting Star Friendster soll sich in diesem Jahr auch als tragfähiges Geschäftsmodell erweisen. Die mittlerweile über fünf Millionen Nutzer werden weiterhin nicht nur kostenlos ihre Listen von Freunden wachsen, sondern auch Geld in den Kassen klingeln lassen, wenn die Erwartungen der Geldgeber denn erfüllt werden. Immerhin 13 Mio. US$ machte die Finanzspritze aus, die John Doerr von Kleiner Perkins Caufield & Byers und Bob Kagle von Benchmark Capital dem Unternehmen verschafften. In der Konsequenz sind mittlerweile mehr als 45 Mitarbeiter damit beschäftigt, den Service auszubauen. Zu den kostenlosen Services sollen eine Reihe von Features kommen, die von den Nutzern bezahlt werden. Was im Einzelnen dazu gehören könnte, scheint dabei noch nicht festzustehen. Im Gespräch sind zum Beispiel persönliche Empfehlungen von Filmen u. ä. oder die Vermittlung von Einladungen zu angesagten Veranstaltungen.
Aber auch die Konkurrenz schläft nicht. In der Zwischenzeit sind einige Services an den Start gegangen, die sich ganz auf die Vermittlung von geschäftlichen Kontakten konzentrieren. LinkedIn oder Ryze.com heißen beispielsweise entsprechende Services im Business Bereich. Konstantin Guericke von LinkedIn zu Folge sind allein dort mittlerweile rund 290.000 Nutzer aktiv und haben über elf Millionen Kontakte abgespeichert. Sie nutzen LinkedIn als Networking Service, der Personaler, Jobsucher und professionelle Dienstleister verbindet. Als Investor ist Sequoia Capital mit 4, 7 Mio. US$ beteiligt. Für die Vermittlung von Mitarbeiterempfehlungen will man sich voraussichtlich im Juni bezahlen lassen, so Guericke. Dann soll die magische Zahl von tausend erfolgreich erledigten Anfragen pro Tag erreicht sein.
Nicht nur die Venture Capitalists, auch die Platzhirsche im Internet sind beim Thema Social Networking in der jüngsten Vergangenheit aktiv. Einige Google-Mitarbeiter haben, wie berichtet wird, in ihrer Freizeit Orkut entwickelt. Microsoft experimentiert mit Wallop. Und Yahoo will es seinen Nutzern ermöglichen, über den Instant Messenger gemeinsam Suchen durchzuführen und diese Arbeitsergebnisse zu nutzen.
Hier bei uns in Deutschland sieht es im Gegensatz dazu eher mau aus. Der auch dem Namen nach an Friendster orientierte Service Friendity hat gestern angekündigt, seinen Betrieb einzustellen – mangels Nachfrage. Bleibt uns der Open Business Club, der hinsichtlich seiner Themen allerdings eher den Eindruck eines nicht gut sortierten Gemischtwarenladens vermittelt. Aber möglicherweise stehen ja auch hierzulande die interessantesten Angebote kurz vor dem Start und wir können uns doch noch darauf freuen, demnächst unsere eigenen Erfahrungen beim Online Social Networking zu machen…