Mit mobilen Contentdiensten wie Videostreaming, Gaming und Klingeltönen lässt sich schon heute gutes Geld verdienen. Und die Wachstumsprognosen erinnern an die goldenen Internet-Zeiten. So verwundert es kaum, dass sich zunehmend die Big Player im Markt positionieren. Jüngster Coup: Die Übernahme des führenden deutschen mobile Internet-Portals Jamba! durch VeriSign.
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Eines muss man den Gründern von Jamba! lassen: Sie bewiesen (erneut) einen exzellenten Riecher! Nachdem sie in den 90er Jahren bereits die Auktionsplattform Alando gegründet und anschließend gegen eine entsprechende Entschädigung an eBay abgetreten haben, überlassen sie nunmehr das Ruder ihres nächsten erfolgreichen Spross’ dem amerikanischen Unternehmen VeriSign. Dort hat man mit dem in neun europäischen Ländern agierenden Anbieter für mobile Contentdienste noch einiges vor. Denn schon heute erreicht das Angebot nach eigenen Angaben mehrere Millionen Kunden und verfügt über eine Bibliothek von mehr als 50.000 einzelnen Produkten wie Musik, Grafik, Spielen und Anwendungen.
Durch die Bündelung von Jamba! mit den bereits vorhandenen eigenen Plattformen für Kommunikationsdienste geht VeriSign davon aus, Netzbetreibern künftig ein reichhaltiges Dienstprogramm für mobile Daten zur Verfügung stellen zu können, das alle Aspekte der Wertschöpfungskette mobiler Inhalte abdeckt. Die Funktionalität soll Content „on-boarding“, -Bereitstellung, -Formatierung, -Vermittlung sowie eine Vielzahl von Abrechnungs- und Zahlungsdiensten umfassen.
Und damit scheint man sich auf dem richtigen Weg zu befinden. So prognostizieren z.B. die Marktforscher von Frost & Sullivan attraktive Umsatzchancen im westeuropäischen Markt für mobile Videodienste. Zwar dürfte laut Untersuchung der Markt zunächst ein eher ruhiges Wachstum verzeichnen, doch im Jahr 2007 geht man bereits von einem Umsatzvolumen von knapp 1,6 Milliarden Euro aus.
Auch jenseits des großen Teichs sind es mobile Videodienste, denen ein großes Wachstumspotenzial prognostiziert wird. 3G-Services sollten dafür sorgen, dass Videostreaming zur mobilen Killer-Applikation schlechthin wird. So können alleine die US-amerikanischen Content-Provider im Jahr 2009 mit einem weltweiten Umsatz von 5,4 Milliarden Dollar in dem Segment rechnen. Zu diesem Ergebnis kommen die Marktforscher von InStat/MDR in ihrer aktuellen Untersuchung. Demnach werden in fünf Jahren 22,3 Millionen Nutzer Videostreams mit den Handy abrufen und weitere 31,1 Millionen Nutzer sollen selbstgedrehte Videoclips per MMS verschicken. Insgesamt sollen mobile Videodienste dadurch einen knapp 15prozentigen Anteil am gesamten Mobilfunkumsatz erreichen. Ob diese Ergebnisse ohne weiteres auch auf Deutschland übertragen werden können, bleibt jedoch fraglich, denn bis dato sind die Erwartungen in MMS eher enttäuscht worden. Zwar werden Foto-Handys fleißig zum Knipsen genutzt, doch der - oft recht kostspielige - Versand der Bilder bleibt häufig aus.
So identifizieren die Marktforscher von IDC dann auch neben den bereits erwähnten Videodiensten drei weitere mobile Umsatzbringer der Zukunft: Erstens soll auch in Zukunft mit Klingeltönen noch ein gutes Geschäft zu erzielen sein. Darüber hinaus lassen sich künftig ganze Lieder auf das Handy laden und verwandeln es in einen mobilen MP3-Player. Last but not least dürfte Mobile-Gaming die Kassen noch deutlich kräftiger klingeln lassen als bisher. Multiplayer-Spiele, die in Echtzeit auf mehreren Handys gegeneinander gespielt werden können, sorgen für erhöhten Datenverkehr und damit für höhere Umsätze. Auch eine aktuelle Markteinschätzung der Management- und Technologieberatung Detecon International kommt zu dem Ergebnis, dass Spiele für mobile Endgeräte den schleppenden Umsatz der Mobilfunkbranche mit Datenservices signifikant erhöhen können.
Doch noch gibt es einige Hürden, die die Akzeptanz und den Erfolg der mobilen Welt schmälern. Dazu gehören in erster Linie technische Barrieren, wie die geringe Bildschirmgröße, die mangelhafte Qualität der Grafik oder die schwache Rechenleistung der Endgeräte. Hier wird sich die Qualität erst noch verbessern müssen, damit die verheißungsvollen Prognosen der Marktforscher in Erfüllung gehen können.