Angefangen hat es mit persönlichen Tagebüchern, die online geführt wurden. Doch mittlerweile haben sich Weblogs zu anerkannten Tools gemausert. Und wenn sogar Bill Gates in das Thema einsteigt, dann muss es mit Business zu tun haben.
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So wie man Tagebücher ursprünglich kennt, sind sicherlich nur die wenigsten zur Veröffentlichung bestimmt. Und wirklich interessant zu lesen, sind sie auch in den meisten Fällen lediglich für einen sehr überschaubaren Personenkreis. Allerdings haben diese Einschränkungen auch zu den Zeiten, als Papier und Stift noch die unabdingbaren Voraussetzungen fürs Tagebuchschreiben waren, zahlreiche Menschen in ihrem Drang zur persönlichen Chronik nicht aufhalten können. Und mit den ersten Tagebüchern, die 1998 und 1999 im Internet veröffentlicht wurden, scheint diese Zahl rapide gestiegen. Mittlerweile gibt es laut NITLE Blog Census weltweit 1.913.107 Blogs, davon werden 1.180.273 anscheinend in englischer Sprache verfasst. Am 28.07.2003 waren es, wie ECIN in der Nachricht Weblogs in Zahlen berichtete, erst 360.727 Weblogs, die in der Weltsprache geführt wurden.
Möglicherweise haben zwei Vorteile der elektronischen Tagebuchversion dazu geführt, dass sie sich ständig wachsender Beliebtheit erfreuen: Zum einen kann der Autor hier schnell und einfach Textpassagen löschen oder hinzufügen. Zum andern ist natürlich die Suche in elektronischen Dokumenten ganz einfach per Knopfdruck durchführbar – ohne zeitraubendes Blättern. So wundert es nicht, dass Blogs über ihre Funktion als Chronik des persönlichen Alltags hinaus mittlerweile auch in professionellen Zusammenhängen wertvolle Dienste leisten. Insbesondere Softwareentwickler und Designer haben schon früh Gefallen daran gefunden, ihre Projekte mit diesem einfachen Hilfsmittel zu kommunizieren.
In Deutschland hält sich zwar die öffentliche Begeisterung in Grenzen, aber auch hier gibt es zahlreiche Beispiel dafür, dass die Blogs mittlerweile ihren Weg gemacht haben und in zahlreichen Unternehmen im Einsatz sind. Es geht darum, die Zusammenarbeit intern zu optimieren oder auch die Kommunikation mit Partnern und Kunden effizienter zu gestalten – wie man es zum Beispiel unter der Überschrift vom 20.04.04 „Deutsche Unternehmen werden keine Blogs einsetzen?“ im M-E-X BLOG lesen kann. Die endgültigen Weihen haben Blogs aber erst vor wenigen Tagen durch Bill Gates persönlich erhalten. Er sieht eine Revolution im Gang, die er während des diesjährigen Microsoft CEO Summit „Transforming Information Into Impact“ den geladenen rund hundert Top-Unternehmensführern erläuterte. Blogs sind gut fürs Business, so der Tenor seiner Rede. In Verbindung mit der ungehinderten Auslieferung der Blog-Inhalte via RSS (Das nächste große Ding) können Blogs seiner Einschätzung nach wesentliche Nachteile der Kommunikation per eMail oder der Information über Websites überwinden: “And so, getting away from the drawbacks of e-mail -- that it's too imposing -- and yet the drawbacks of the Web site -- that you don't know if there's something new and interesting there -- this is about solving that. The ultimate idea is that you should get the information you want when you want it.”
Ja, wenn das so ist! Ehrlich gesagt: Darauf haben wir nur gewartet. Denn dass ECIN ein Blog braucht, ist doch schon lange klar. Um in der Vielfalt der Nachrichten zum eBusiness den Überblick nicht zu verlieren, müssen wir mehr bieten als Nachrichten und Hintergrundberichte. Auch unser „Spotlight“ ist nicht pointiert genug in seiner Sichtweise, es geht um Kommentare, die das einschätzen, was passiert. Die Zeit ist also reif: Das ECIN eBusinessBlog startet in der nächsten Woche!