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Wegweisende Innovationen der Informations- und Kommunikationstechnologien

Quantenkryptografie, Biometrie und MDA

23.12.2004 | Artikel drucken | Artikel empfehlen

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1 Wegweisende Innovationen der Informations- und Kommunikationstechnologien
2 Quantenkryptografie, Biometrie und MDA
3 Dezentralisierung, Open Source und Outsourcing
4 RFID und Prognose

Quantenkryptografie gewährt Vertraulichkeit

Die Konvergenz der IuK-Technologien fordert die Sicherheitsverantwortlichen in den Unternehmen heraus. Dabei bestimmt das schwächste Glied in der Kette aller Prozesse das Sicherheitsniveau des Gesamtsystems. Daher ist die Sicherheit immer eine Herausforderung für das gesamte Unternehmen, insbesondere aber für die beiden Felder IT-Prozesse und IT-Infrastruktur. Doch die Sicherheit eines Systems beweist sich nicht vorrangig in den spektakulären Fällen der Abwehr von Hacker-, Wurm- und Viren-Attacken oder den Disaster Recovery- und Business Continuity-Plänen im Katastrophenfall der vernichteten IT-Infrastruktur. Stattdessen sind es vielmehr die alltäglichen Arbeitsabläufe, insbesondere der vertrauliche Datentransfer und die Authentifizierung der Geschäftspartner, die das Sicherheitsniveau eines Systems primär bestimmen.

Vertraulichkeit und Integrität der Information sind zentrale Geschäftsgrundlagen. Die Unternehmen müssen immer komplexere Codierungsverfahren implementieren, um im rasanten Wettlauf mit den Datenhackern auf der sicheren Seite zu stehen. Die physikalische Methode der Quantenkryptografie beschreitet nun bei der Codierung vertraulicher Daten einen neuen Weg, der aus dem kostenintensiven Wettlauf um die jeweils sicherste mathematische Codierung ausbricht. So gibt es, anders als bei der Codierung per Public Key Infrastructure (PKI), bei der Quantenkryptografie keine gesonderte Botschaft, die den Codierungsschlüssel enthält und deshalb in das Visier der Hacker geraten könnte. Statt mathematischer Kombinationen nutzt die Quantenkryptografie bestimmte Quantenzustände, um Information zu übermitteln. Aus physikalischen Gründen verändert ein Lauschangriff zwangsläufig die Quantenzustände und damit die Information selbst. Der Angriff wird so sofort enttarnt. Bis Ende dieses Jahrzehnts dürfte die Quantenkryptografie im kommerziellen Markt ausgerollt werden. Derzeit hadert die Quantenkryptografie noch mit Problemen bei der Übermittlung über lange Distanzen. Ist diese Herausforderung bewältigt, stehen insbesondere das Finanz- und Versicherungsgewerbe als prototypische Anwender von Sicherheitstechnologie parat. Dieser viel versprechende Interessentenkreis eröffnet der Quantenkryptografie einträgliche Marktpotenziale.

Politik verhilft Biometrie zum Durchbruch

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Im weiten Feld der Sicherheit wird neben der Quantenkryptografie auch immer wieder die Biometrie als großer Fortschritt hervorgehoben. Die Biometrie zielt je nach Einsatzfeld auf die Identifizierung und/oder Authentifizierung der Anwender und nutzt dazu die Körper- und Verhaltensmerkmale der Personen. Biometrische Merkmale sind der Fingerabdruck, die Gesichtsgeometrie, das charakteristische Muster der Iris, die Geometrie der Hand und sogar die Bewegungsmotorik beim Tippen oder Gehen. Derzeit erkennen biometrische Verfahren etwa jeden 50. nicht. Kann diese Fehlerquote weiter gesenkt werden, besitzt vor allem die heute bereits von Strafverfolgungsbehörden erprobte biometrische Fingerabdruckerkennung umfassende Einsatzmöglichkeiten im Massenmarkt.

Rund um den Globus beschäftigen sich die staatlichen Behörden intensiv mit den Entwicklungen der Biometrie. Die US-Regierung sah zunächst vor, ab Oktober 2004 eine Einreise ohne Visum prinzipiell nur noch zu gestatten, wenn im Reisepass des Einreisenden biometrische Daten ausgewiesen werden. Zwar verschob der US-Kongress mittlerweile diese Frist, gleichwohl bleibt die Forderung nach dem Ausweis biometrischer Merkmale grundsätzlich bestehen. Nicht zuletzt mit den politischen Entscheidungen nach dem 11. September 2001, d.h. dem Kampf gegen Terror und international organisierte Kriminalität, erlebt der Bereich einen deutlichen Aufschwung. Nach Schätzungen von Frost&Sullivan hatte der Weltmarkt biometrischer Produkte 2002 ein Volumen von EUR 150 Mio., er dürfte bis 2010 die EUR 6 Mrd.-Marke durchbrechen.

Die Entscheider in der öffentlichen Verwaltung und der Privatwirtschaft haben die Quantenkryptografie und die Biometrie längst als relevante Sicherheitslösungen erkannt. Bei beiden Optionen stehen den Investitionen allerdings keine über den gesamten Nutzungszeitraum direkt im operativen Geschäft erzielte und in den Büchern aufgeführte Erträge gegenüber. Gleichwohl eröffnen die Quantenkryptografie und die Biometrie große Chancen, sowieso notwendige Vorkehrungen hinsichtlich der Sicherheit effizienter zu gestalten. Hier bringen Quantenkryptografie und Biometrie die allzu oft widersprüchlichen Trends Sicherheit und Effizienz in Einklang.

Programmieren wird automatisiert

Der Anteil der Ausgaben für die Pflege der IT-Systeme ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Gleichwohl müssen die Systeme trotz dramatisch beschnittener Budgets fortentwickelt werden. Somit rückt neben der Sicherheit auch die Frage kostengünstiger Entwicklung neuer Softwarebausteine in den Fokus der Entscheider in den Unternehmen. Wie zuvor in den traditionellen Industriezweigen schreiten nun auch im Software-Bereich selbst die Automatisierung und die Standardisierung voran. Das automatisierte Architekturgetriebene Programmieren nach Vorgaben der Model Driven Architecture (MDA) bietet hier neue Ansätze. MDA geht beim Entwickeln von Programmen weg vom simplen Codieren und hin zum kreativen Modellieren. Ziel ist es, Information semantisch zu verknüpfen, um daraus eine speziell angepasste Software zu erstellen. Konkret setzt das automatisierte Architekturgetriebene Programmieren bei der kostenintensiven Fehlerhäufigkeit der Programmierung an. Die aus den Programmfehlern resultierenden Produktionsausfälle belaufen sich in den USA pro Jahr auf EUR 50 Mrd.

Nach dem neuen Konzept des automatisierten Architekturgetriebenen Programmierens werden komplexe Maschinencodes nicht mehr von Menschen entwickelt oder getippt. Stattdessen erfasst ein Generator als Programmiermaschine konkrete Kundenanforderungen und stellt eine zugeschnittene Routine aus modularen Softwarebausteinen zusammen. In der Öffentlichkeit macht das automatisierte Architekturgetriebene Programmieren dank der Aktivitäten einer Kooperation wissenschaftsnaher spanischer Institutionen Furore. Dieses Kooperationsprojekt wirbt damit, die Entwicklungszeit um die Hälfte und die Fehlerrate um fünf Sechstel zu senken. Die Programmiermaschine hat unter anderem mit einer amerikanischen Börse und einer spanischen Fluglinie bereits Pilotanwender gefunden. Das automatisierte Architekturgetriebene Programmieren hat damit das Stadium rein akademischer Forschung hinter sich gelassen und verändert den IT-Markt fundamental. Das automatisierte Architekturgetriebene Programmieren will Arbeitsabläufe neu gestalten und spiegelt damit in besonderem Maße den Trend Effizienz. Der Trend Sicherheit wird von der Option des automatisierten Architekturgetriebene Programmieren nicht tangiert.

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Inhalt:
Wegweisende Innovationen der Informations- und Kommunikationstechnologien Teil 1 Wegweisende Innovationen der Informations- und Kommunikationstechnologien
ECIN Solutions - Online-Research Teil 2 Quantenkryptografie, Biometrie und MDA
Dezentralisierung, Open Source und Outsourcing Teil 3 Dezentralisierung, Open Source und Outsourcing
RFID und Prognose Teil 4 RFID und Prognose


 

 

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