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Trendbericht: Technik in der Telekommunikation
WAP und i-mode
23.05.2002 | Artikel drucken | Artikel empfehlen

 
1 Trendbericht: Technik in der Telekommunikation
2 WAP und i-mode
3 Bluetooth und wLan
4 DSL, Kabel und Powerline

WAP
Beim Wireless Application Protocol (WAP) handelt es sich im Gegensatz zu UMTS, GPRS & Co. nicht um einen Übertragungsstandard, sondern um eine Beschreibungssprache. WAP ist am ehesten mit HTML vergleichbar und stellt eine offene, globale Spezifikation dar, die es Nutzern mit entsprechenden mobilen Endgeräten (Handy, Handhelds, Autoradios etc.) ermöglicht, unabhängig vom jeweiligen Ort auf Informationen und Dienstleistungen zuzugreifen. So ist WAP auch an keinen bestimmten Mobilfunk-Standard gebunden, sondern setzt zur Nutzung lediglich einen kompatiblen Microbrowser voraus, der die in WML (Wireless Markup Language) geschriebenen Seiten darstellen kann.

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Entwickelt vom WAP-Forum stehen hinter dem heute „quasi-Standard“ alle wichtigen Telekommunikationsunternehmen und decken dabei mehr als 90% des bestehenden Mobilfunkmarktes ab.

Eher schleppend verlief bis heute jedoch die Verbreitung und Nutzung von WAP. Auf die möglichen Ursachen hierfür hat Forrester Research bereits im Sommer 2000 aufmerksam gemacht: Unbefriedigende Übertragungsgeschwindigkeiten, zu kleine Displays sowie eine umständliche Navigation tragen - neben einer eher zögerlichen Verbreitung von wapfähigen Handys - zu einer bislang eher mäßigen Penetrationsrate bei. Und selbst wer über ein entsprechendes Endgerät verfügt, wird damit noch nicht automatisch zum WAP-Nutzer. So ermittelte Speedfacts in einer nicht repräsentativen Studie unter 2.000 Personen, dass sich 51% der deutschen Internetnutzer, die ein WAP-Handy besitzen, nicht für Angebote auf WAP-Portalen interessieren und diese auch so gut wie überhaupt nicht nutzen würden. Frost & Sullivan prognostizierte Ende letzten Jahres, dass die Zahl der „WAP-Subscriber“ auch in den kommenden 12-18 Monaten nur langsam zunehmen wird und Ende 2002 gerade einmal 10% der Handy-Nutzer auch für WAP-Services bezahlen werden. Bis 2006 soll sich diese Zahl dann auf 65% der Nutzer erhöhen.

WAP steht und fällt mit der Attraktivität des Gesamtpaktes. Angefangen bei akzeptablen Übertragungsgeschwindigkeiten, über die ansprechende Darstellung sowie eine intuitive Nutzerführung bis hin zu attraktiven Contents. Gelingt UMTS der erhoffte Siegeszug, dürfte sich damit automatisch auch die Nachfrage nach guten WAP-Sites erhöhen.


i-mode
Seinen Ursprung hat i-mode in Japan. Und im Land der aufgehenden Sonne hat sich dieser mobile Service inzwischen zu einem ebenso viel wie gern zitieren Paradebeispiel für erfolgreichen mCommerce entwickelt. Im Februar 1999 als exklusives Angebot der NTT DoCoMo gestartet, verfügt i-mode in Japan heute über 32,8 Millionen Nutzer, 2.004 lizenzierte Content Anbieter mit 3.005 offiziellen Sites sowie weiteren 53.725 so genannten „voluntary“ i-mode-Sites, die von unabhängigen Betreibern zumeist kostenlos angeboten werden. Laut Forrester bewegt sich mCommerce in Japan inzwischen in einer Größenordnung von 400 Millionen US$ und übersteigt die aktuellen europäischen Umsätze damit um mehr als das 30fache.

In gewisser Weise lässt sich i-mode vielleicht am ehesten mit WAP vergleichen. Rein technisch handelt es sich auch hier vordergründig um eine Beschreibungssprache auf der Grundlage von iHTML (i-mode compatible Hypertext Markup Language). Bereits in dem Namen deutet sich dabei die enge Verwandtschaft mit dem bekannten Internet-Standard an. Die Beschreibungssprache verfügt im Vergleich zu WML über bessere grafische Möglichkeiten und ist schneller und einfacher zu programmieren. Zudem garantiert GPRS als aktueller Übertragungsstandard für i-mode (später kann alternativ auch eine Umstellung auf UMTS erfolgen) eine „always on“-Funktionalität, die lästige und zeitraubende Einwahlvorgänge hinfällig macht.

Das eigentlich Besondere an i-mode liegt jedoch im Gesamtpaket begründet: Denn es handelt sich weitaus weniger um eine bloße technische Lösung als vielmehr um ein komplettes Geschäftsmodell. Bei i-mode stand und steht vor allem die Bereitstellung eines breit gefächerten Content-Angebots im Vordergrund. Lizenzierte Anbieter stellen die Inhalte (Nachrichten & Infodienste, eMail, Ticketservices und Shopangebote, Spiele…) bereit, die nach Volumen abgerechnet werden und an denen der Serviceanbieter (also etwa NTT DoCoMo) wiederum mit einer Provision beteiligt ist. Für den Nutzer wird darüber hinaus zudem eine monatliche Grundgebühr fällig. Da sich Kosten und angebotene Leistungen in Japan in einem offenbar sehr günstigen Preis-Leistungsverhältnis bewegen, hat sich i-mode dort zu einem echten „Renner“ gemausert.

Ein wenig von diesem Erfolg partizipieren möchten in Europa die niederländische KPN sowie deren deutsche Mobilfunktochter ePlus. Gemeinsam bieten sie seit dem 16. März 2002 i-mode exklusiv in den Niederlanden und Deutschland an. Die Bilanz nach zwei Monaten: Bislang konnten 34.000 Kunden für den neuen Service gewonnen werden und die Zahl der Content-Anbieter hat sich von 60 Partnern beim Start auf inzwischen 90 erhöht. Daneben bestehen bis dato rund 700 private i-mode-Homepages, die mit den japanischen „voluntary“-Sites vergleichbar sind.

Von einem i-mode-Erfolg wie in Japan geht in Europa derzeit niemand aus. Neben dem Markt- und Entwicklungsvorsprung dürften vor allem auch das hiesige Kostenmodell sowie ein differierendes Verbraucherverhalten eher bremsend wirken. Hinzu kommen mögliche Versorgungsengpässe mit i-mode-fähigen Handys. Nachdem sich Nokia bislang beharrlich weigert, i-mode-Handys herzustellen, kann ePlus hierzulande nur mit Geräten von Nischenanbietern wie Nec oder Toshiba aufwarten. Positiv zu werten ist allerdings der mögliche „Lerngewinn“ beim Aufbau und der Vermarktung mobilen Contents. Denn wie bereits Yusuke Kanda von NTT DoCoMo im Rahmen der Euroform Conference in Düsseldorf feststellte: „Europäische Mobilfunk Anbieter sollten sich weniger Gedanken über die Technologie als vielmehr über die anzubietenden Services machen, wenn sie beabsichtigen mit neuen breitbandigen Internet-Services Geld zu verdienen.“

Lesen Sie im 3. Teil mehr über: Bluetooth und wLan

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Inhalt:
Trendbericht: Technik in der Telekommunikation Teil 1 Trendbericht: Technik in der Telekommunikation
ECIN Solutions - Techn. Realisation Teil 2 WAP und i-mode
Bluetooth und wLan Teil 3 Bluetooth und wLan
DSL, Kabel und Powerline Teil 4 DSL, Kabel und Powerline


 

 

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