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Trendbericht: Technik in der Telekommunikation
DSL, Kabel und Powerline
23.05.2002 | Artikel drucken | Artikel empfehlen

 
1 Trendbericht: Technik in der Telekommunikation
2 WAP und i-mode
3 Bluetooth und wLan
4 DSL, Kabel und Powerline

DSL
Breitbandzugänge gehören laut Jupiter MMXI zu den Top-Themen 2002 in Europa. Kein Wunder, soll sich doch die Anzahl der Haushalte mit Breitbandzugang in Europa 2002 verdoppeln Dabei hat bei einer Betrachtung des gesamten europäischen Breitband-Marktes DSL eindeutig die Nase vorn: Laut IDC entfielen Ende 2001 68 Prozent auf DSL, 30 Prozent auf Kabelmodems und 2 Prozent auf sonstige Technologien inkl. Satellitenübertragung und Powerline.

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Als die „Top-Technologie für 2002 in der Telekommunikation“ ist der Highspeed Internetzugang DSL von den Mummert + Partner Marktforschern gekürt worden. Dabei nutzt die DSL-Technik den Umstand, dass der herkömmliche analoge Telefonverkehr im Kupferkabel nicht alle Frequenzen belegt. Splittet man die Bandbreite in unterschiedliche Kanäle - z.B. für Sprach- und Dateninformationen - auf, können die bislang "toten" höheren Frequenzbereiche genutzt werden. Theoretisch sind so Übertragungsraten von mehr als 50 Mbits pro Sekunde möglich - abhängig von der eingesetzten DSL-Variante. Die wohl bekannteste Variante ist ASDL (Asymmetric DSL). Als Geschwindigkeitsstandard wird den Kunden momentan in der Regel 128 Kbits (upstream) bzw. 768 Kbits (downstream) angeboten. Höhere Geschwindigkeiten sind jedoch bei den meisten Anbietern in Planung bzw. bereits möglich.

Es führen nur wenige Wege in Deutschland an der Telekom vorbei, will der Nutzer komfortable Download-Geschwindigkeiten nutzen. Die dominierende Breitband-Technologie ist hierzulande ganz eindeutig der DSL-Zugang (Digital Subscriber Line) der Deutschen Telekom. Mit derzeit insgesamt 2,3 Millionen vermarkteten T-DSL-Verträgen führt man das Feld unangefochten an. Und laut eigenen Angaben kann der Riese in Magenta bis zu 90 Prozent der deutschen Haushalte mit T-DSL versorgen. Dagegen kommt der Mitbewerber QSC auf lediglich 20.000 angeschlossene Kunden, Arcor gibt sich in Fragen DSL-Kundenzahlen gänzlich zugeknöpft. Etwas Bewegung dürfte die RegTP mit Ihrer Entscheidung zum Line-Sharing in den DSL-Markt gebracht haben. Demnach muss die Telekom jetzt für 4,77 Euro pro Monat seinen Mitbewerbern die DSL-Durchleitung via Telekom-Kabel zum Kunden ermöglichen. Eine zweite Anschlussleitung ist nicht mehr zwingend notwendig.


Kabel
Als härtester Konkurrent zu DSL ist der Breitbandzugang via Kabelmodem anzusehen. Während es jedoch in den USA wesentlich mehr Kabel- denn DSL-Zugänge gibt, steckt der Breitbandzugang via TV-Kabel in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Erst in wenigen Ballungsräumen werden meist nur Projekte mit Pilotcharakter angeboten. Dabei können sich die zu erzielenden Übertragungsraten (ca. 2 Mbit) dann durchaus sehen lassen. Und gegenüber dem herkömmlichen Telefonnetz hat das TV-Kabel den Vorteil, dass der Zugang zeitlich unbegrenzt (always online) ist, da das Kabelmodem den Computer in der Regel sofort nach dem Einschalten mit dem Internet verbindet. Weil das deutsche Kabelnetz jedoch bereits relativ alt ist (oft über 20 Jahre), setzt die Internet-Nutzung ein kostspieliges Aufrüsten des bestehenden Netzes um einen Rückkanal voraus. Investitionen, die die Deutsche Telekom - als Haupteigner des Kabelnetzes - selbstverständlich scheut, verfügt sie doch mit T-DSL über ein wesentlich kostengünstigeres Alternativprodukt und ist verständlicherweise nicht allzu stark an zusätzlicher Konkurrenz interessiert. Und so wirkt sich die Tatsache, dass bis dato lediglich 3 der 9 Kabelnetzregionen bereits verkauft wurden, als weiterer Ausbau-Hinderungsgrund aus.

Potential ist beim Internetzugang via TV-Kabel durchaus vorhanden, zumal auch Telefondienste sowie iDTV (interaktive Informations- und Unterhaltungsangebote via TV) als Anwendungsmöglichkeiten in Frage kommen. Nichtsdestotrotz sind die notwendigen Investitionen in die Aufrüstung des Kabennetztes enorm und mit jedem neuen DSL-Kunden werden diese Investionen uninteressanter.


Powerline
Powerline (PLC -Powerline Communication) soll eigentlich dafür sorgen, dass künftig neben Strom auch Daten in High-Speed-Geschwindigkeit aus der Steckdose kommen. Datenmengen von bis zu zwei Megabit pro Sekunde versprechen die Anbieter. Da der User über jede Steckdose auf das Internet zugreifen kann, ist eine zusätzliche Verkabelung von Gebäuden mit Kommunikationsleitungen nicht notwendig. Doch in letzter Zeit ist es von Seiten der Anbieter verdächtig ruhig geworden. Markteinführungen wurden immer wieder (meist aufgrund technischer Probleme: einerseits werden hierfür Frequenz- und Abschirmungsprobleme verantwortlich gemacht, andererseits stellt die punktgenaue Datenverteilung immer noch ein Problem dar) verschoben und die Anzahl der angeschlossenen Haushalte ist immer noch verschwindend gering. So investierte z.B. RWE Powerline im vergangenen Jahr noch kräftig in die Vermarktung seiner PLC-Technik und gab nun dann doch den "Teilausstieg" bekannt. Jetzt sucht der Konzern nach einem Partner für die Datenvernetzung im Haus. Bereits seit der CeBIT, wo das Unternehmen keine Präsenz mehr gezeigt hatte, kursierten im Markt erste Gerüchte über den Rückzug von RWE aus dieser Technologie. Und die rund 500 Haushalte und kleineren Betriebe, die den EnPowerline-Zugang der EnBW Baden-Württemberg nutzen bzw. ca. 2.000 Kunden des Mannheimer Powerline-Dienstes Vype können auch nicht unbedingt als bahnbrechender Erfolg bezeichnet werden. Fast scheint es, als würde sich die Powerline-Technik hierzulande nicht rechnen. Zu hoch sind die notwendigen Investitionen, zu unausgereift scheint noch immer die Technik zu sein und zu übermächtig präsentiert sich die DSL-Konkurrenz der Telekom.

Diese Einschätzung vertritt auch Jörg Nußbaumer, Analyst bei Forrester Research: "Gerade technische und preisliche Unzulänglichkeiten verhindern den schnellen Erfolg", so Nußbaumer. "Powerline tritt in den nächsten Monaten in direkte Konkurrenz zur DSL-Technologie. Mit dieser wird sie sich messen müssen und dabei unterliegen", ist Nußbaumer überzeugt. Diese nicht allzu positiven Voraussetzungen dürften auch der Grund dafür gewesen sein, dass E-ON seine Powerline-Pläne erst einmal auf Eis gelegt hat. Bessere Chancen werden der Powerline-Technik dagegen in einigen Staaten Osteuropas, Asiens und Südamerika eingeräumt, wo das Telefonnetz nicht flächendeckend zur Verfügung steht und keine DSL-Konkurrenz den Markt beherrscht.

Autoren: Michael Fromm, Monika Gatzke, Matthias Robben und Ralf Koyro

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Trendbericht: Technik in der Telekommunikation Teil 1 Trendbericht: Technik in der Telekommunikation
WAP und i-mode Teil 2 WAP und i-mode
Bluetooth und wLan Teil 3 Bluetooth und wLan
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