Etwas positiver sehen die Analysten-Prognosen beim mPayment aus. So gehen die Marktforscher von Frost & Sullivan davon aus, dass der mPayment-Europamarkt im Jahr 2006 ein Volumen von 25 Milliarden US-Dollar erreichen wird. Dabei berücksichtigt die Prognose sowohl Zahlungen an Automaten, Parkuhren usw., an Kassen mit Personal (Geschäfte, Restaurants, Taxi), beim mCommerce (WAP-Sites), bei Online-Einkäufen am PC (statt Kreditkarte) und bei privaten Zahlungen zwischen Einzelpersonen.
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Die Analysten von Frost & Sullivan vertrauen jedoch fast gänzlich auf die künftige Marktentwicklung, denn ein Blick auf die gegenwärtigen Umsätze (2001: 0,1 Mrd. US$) ist eher ernüchternd.
Der Großteil dieses anvisierten Umsatzes soll auf den mCommerce (39 Prozent) und private Zahlungen (34 Prozent) entfallen. Die Vorteile des mPayments sind durchaus einleuchtend: So können Betreiber von Automaten, Parkuhren etc. auf das Handling von Bargeld verzichten und Einzelhändler dürften auf Kostenvorteile durch niedrige Registrierungs- und Transaktionsgebühren hoffen. Auch schneidet mPayment im Sicherheits-Vergleich zur Kreditkarte besser ab, denn für die Transaktion sind sowohl Handy als auch PIN erforderlich, während bei der Kreditkarte lediglich eine –oft leicht zu fälschende – Unterschrift genügt.
mPayment-Marktführer in Deutschland ist die Paybox AG, die es europaweit nach zwei Jahren auf immerhin 10.000 virtuelle, mobile und stationäre Händler sowie 750.000 Kunden gebracht hat. Auch wenn diese Zahl auf den ersten Blick sehr beeindruckend erscheint, so erfordert eine akzeptable Marktdurchdringung sicher eher einige Millionen Kunden.
Hier wittern nun die großen Telcos Morgenluft und so verwundert es wenig, dass erst vor kurzem T-Mobile und Vodafone eine Initiative zur Schaffung einer mobilen Zahlungsplattform gründeten. Damit soll eine sichere und problemlos zu nutzende Lösung für den Kauf von Waren und Dienstleistungen per Mobiltelefon bereitgestellt werden. Die Mobilkunden speichern hierzu ihre persönlichen Daten sowie bevorzugten Zahlungsoptionen in einer virtuellen Brieftasche und geben dann während des handygestützten Bezahlvorgangs, ähnlich wie bei einer konventionellen Brieftasche, das gewünschte Zahlungsmittel (z.B. Kreditkarte) an. Diese Initiativen der Telefonnetzbetreiber sind auch nicht weiter verwunderlich, sehen sie doch im mPayment eine neue, relativ leicht zu erschließende Einnahmequelle. Treffen die Prognosen (25 Milliarden US$ in 2006) der Analysten von Frost & Sullivan zu, so ist das Engagement angesichts der zu erwartenden Transaktionsgebühren in Höhe von 1,5-4 Prozent durchaus verständlich. Bis dato ist jedoch noch nicht abzusehen, welche Standards welcher Unternehmen sich wie entwickeln bzw. durchsetzen werden.
Fazit In den vergangenen Monaten hat sich einiges am ePayment-Markt getan. Mehrere Systeme verschwanden ganz vom Markt, einige existieren noch, ihre Nutzung tendiert jedoch gegen Null. Was allerdings keineswegs bedeutet, dass der ePayment-Markt stetig immer kleiner würde. Ganz im Gegenteil. Für jedes eingestellte System versucht ein neues sein Glück am Markt. Zu verlockend erscheinen die Erfolgsprognosen der Analysten. Doch machen die meisten ePayment-Anbieter immer noch die Rechung ohne den Kunden. Dieser zahlt auch im Internet immer noch so, wie er es von der Offline-Welt her kennt: per Rechnung, Nachnahme, Lastschrift oder vielleicht auch per Kreditkarte. Neuen Verfahren steht der Nutzer eher kritisch gegenüber. Allein dem Handy ist – nicht zuletzt aufgrund seiner hohen Verbreitung - ein größeres Potential zuzutrauen. Doch auch hier wird den Anbietern ein langer Atem abverlangt, denn von einer ausreichenden Marktdurchdringung kann noch nirgends die Rede sein. So lässt sich heute auch noch nicht sagen, wer das ePayment-Rennen gewinnen wird. Nur das dieses „Erfolgssystem“ einfach zu bedienen, sicher sowie kostengünstig einzusetzen sein muss, scheint bereits heute festzustehen. Denn etwas anderes akzeptiert der Kunde keinesfalls.
Autor: Matthias Robben
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