Elektronische Münzen, Smartcards, elektronische Schecks und EDI-basierte Zahlungssysteme, sowie die GeldKarte sind die derzeit am stärksten diskutierten Möglichkeiten, online zu bezahlen. In Abhängigkeit von den Anforderungen des jeweiligen Geschäftes, sind unterschiedliche Lösungen sinnvoll.
Kreditkarten sind die Basis Auch für die gute alte Kreditkarte entwickelt die Industrie immer neue Lösungen, um die Überweisung zu rationalisieren und höhere Sicherheit zu gewährleisten. Dabei handelt es sich um Systeme, bei denen Intermediäre zwischen Institut und Kunden auftreten.
First Virtual Die amerikanische Direktmarketing-Agentur First Virtual war einer der Vorreiter elektronischer Bezahlung. Zwar hat man sich Anfang 1998 seiner Kernkompetenz besonnen und sich aus dem Bezahlungssystemgeschäft zurückgezogen, wegen des frühen und interessanten Ansatzes möchten wir Ihnen das System nicht vorenthalten. Bei diesem erfolgreich eingesetzten System wurde die Kartennummer durch eine PIN ersetzt. Der Kunde meldete sich bei First Virtual an und erhielt dort eine VirtualPIN. Per Telefon gabt der Konsument nun mit seiner VirtualPIN die Kartennummer bekannt. Wer sich für ein Produkt entschied, erhielt dieses zunächst probeweise. Nach kurzer Zeit wurde er per Email zur Zahlung aufgefordert. Das konnte der Kunde ablehnen. In dem Fall ging das Produkt zurück zum Anbieter. Gab der Kunde jedoch grünes Licht, dann führte First Virtual die Zahlung aus. Die Kreditkartennummer ging dabei nicht über das Internet. Die Besonderheit lag also hier einerseits in der Produkttestphase, die der Kunde bekam, andererseits darin, dass die organisatorische Gestaltung des Systems eine aufwendige Verschlüsselung überflüssig machte und daher schon früh einsatzbereit war (und auch erfolgreich eingesetzt wurde).
Mehr Sicherheit durch bessere Protokolle Kreditkartenzahlungen über das offene Internet haben einen Schwachpunkt: die Sicherheit. Hat ein Hacker erst einmal die Kartennummer, dann ist der Schaden nur schwer zu begrenzen. Immerhin nennen potentielle Kunden Sicherheitsbedenken am häufigsten als Hinderungsgrund, im Internet mit der Kreditkarte zu bezahlen. Um die Vorbehalte auszuräumen oder abzuschwächen entwickelt die Industrie Protokoll-Techniken, die ausreichenden Schutz garantieren sollen. Die wohl wichtigste Technik, heißt SET - Secure Electronic Transactions. Dafür haben sich IBM, Microsoft und Netscape auf der einen Seite mit den wichtigsten Kreditkartenfirmen, VISA, Master und American Express an einen Tisch gesetzt.
SET - Secure Electronic Transactions Nicht nur aufgrund der schwergewichtigen Mitglieder des SET Konsortiums ist anzunehmen, dass sich das Protokoll als neuer Standard durchsetzen wird. Entgegen allen Unkenrufen bietet das System ein hohes Maß an Sicherheit. Zentraler Punkt der Technik sind Zertifikate, mit denen sich sowohl der Kunde als Karteninhaber als auch der Händler als berechtigter Abwickler ausweisen kann, ohne persönliche Daten zu übertragen. Auf dieser Basis erfolgt zunächst die Transaktion. Clearing seitens des Händlers und Billing seitens der Kundenbank finden außerhalb mittels Gateway Systemen statt. Der Vorgang funktioniert so: Der Kunde richtet eine Zahlung an den Händler. Das Set Protokoll weist ihn als liquiden und „vertrauenswürdigen" Kreditkartenkunden aus. Umgekehrt wird dem Händler die Berechtigung mit der Kreditkarte abzuwickeln zertifiziert. Nun erfolgt die Zahlung. Mit den Informationen aus dem SET Protokoll richtet der Händler eine Clearing Nachfrage an ein Gateway. Von dort aus nimmt die Zahlung über Kreditkartenfirma und Kundenbank ihren gewohnten Lauf.